Krankenstand im Corona-Jahr 2020 leicht gestiegen

Tauberbischofsheim, 27. August 2020. Der Krankenstand der AOK-Versicherten in der Region Heilbronn-Franken ist in den ersten sechs Monaten 2020 leicht gestiegen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 kletterte er von 5,5 auf 5,7 Prozent. Der Main-Tauber-Kreis folgt dem Trend mit einem Anstieg von 5,7 auf 5,9 Prozent.

Datum: 27.08.2020 / Kategorie: Krankenstand

Main-Tauber-Keis

Auffällig ist vor allem der saisonale Verlauf: in den Monaten März und April meldeten sich deutlich mehr Menschen in der Region krank, als in den Vergleichsmonaten 2019. Im März stieg der Anteil von 6,0 Prozent 2019 auf 8,1 Prozent 2020. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass sich Erkrankte vom 9. März bis 31. Mai 2020 bei leichten Atemwegsinfekten auch telefonisch vom Arzt eine Krankschreibung ausstellen lassen konnten. Begründete und verantwortungsvolle Vorsicht der Ärzte und der Versicherten trieb die Zahlen nach oben.

 

 

 

Besonders interessant ist in diesem Jahr die Auswertung nach Krankschreibungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Erwartungsgemäß gibt es hier große regionale Unterschiede. So lag im Hohenlohekreis, der als Hotspot galt, der Anteil der AOK-versicherten Erwerbstätigen, denen (zwischen März und Mai 2020) eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit Covid-19 bescheinigt wurde, bei 2,1 Prozent. Im Main-Tauber-Kreis lag die AU-Quote in Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose dagegen bei niedrigen 0,6%.

 

 

 

Der Anteil der AOK-versicherten Beschäftigten, die sich einmal oder mehrfach krank meldeten, betrug 47,8 Prozent. Im Jahr 2019 lag dieser Wert noch bei 49,8 Prozent.

Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 11,6 Kalendertagen, im Main-Tauber-Kreis bei 11,5 Kalendertagen. Auf 100 Versicherte in Heilbronn-Franken kamen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 90,2 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, im Main-Tauber-Kreis waren es 93,6. Die Zahl der Krankschreibungen unterschritt den Vorjahreswert in der Region um 11 Prozent. 

 

 

 

Gründe für die Krankheitstage waren, bezogen auf die AU-Tage, in 21,1 Prozent der Fälle orthopädische Beschwerden (2019: 22,4%), gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent (2019: 14,5 %). Auf Rang drei lag unverändert der Diagnosebereich Psyche mit 10,6 Prozent (gegenüber 10,5 Prozent im Vorjahr), gefolgt von Verletzungen mit 8,8 Prozent (9,9 in 2018).

 

 

 

Wenn man die Krankheitsarten nach Fallzahlen betrachtet, zeigt sich jedoch eine etwas andere Verteilung. Hier rangierten Beschwerden der Atemwege mit 25,5 Prozent (2019: 25,6%) vor Muskeln und Skelett mit 15,4 Prozent (15,3%), Verdauung mit 7,0 Prozent (7,6%) und Verletzungen mit 5,9 Prozent (6,4%). Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit rund 45 Prozent aller Versicherten die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

In den Branchen „Energie und Wasser“ sowie „Gesundheit- und Sozialwesen“ wurden mit je 6,6 Prozent die höchsten Krankenstände in der Region ermittelt, gefolgt von „Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung“ mit 6,4 Prozent sowie „Verkehr und Transport“ und dem verarbeitenden Gewerbe mit jeweils 6,1 Prozent. Der niedrigste Wert wurde mit 3,4 Prozent für die Land- und Forstwirtschaft festgestellt.

 

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