Kreis Böblingen: Wenn es juckt und kratzt

Ist die Haut gerötet, trocken, schuppig und juckt sehr stark, stellt der Hautarzt meist die Diagnose Neurodermitis. Dabei ist fast jeder zweite Patient unter 25 Jahre alt. Besonders betroffen sind die 1 – 4 Jährigen, so die AOK Stuttgart-Böblingen in ihrer Pressemitteilung.

Datum: 08.12.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Kreis Böblingen

Die Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Sie entsteht zum einen durch Umweltfaktoren und ist andererseits anlagebedingt. Die Haut der Betroffenen ist überempfindlich und neigt zur Bildung von Hautausschlägen (Ekzeme), sie ist entzündet und es kommt zu Juckreiz, Nässen, Schuppung und Verkrustung. Betroffene kratzen sich dann oft so stark, dass es weh tut.

 

2.478 der AOK-Versicherten im Landkreis Böblingen waren 2016 wegen Neurodermitis in ärztlicher Behandlung (2012: 2.037), das entspricht einer mittleren jährlichen Steigerungsrate von 5,3 Prozent (Frauen: 5,0 %, Männer 5,9 %). Dabei sind 48 Prozent aller Betroffenen unter 25 Jahre alt, in der besonders betroffenen Altersgruppe der 1 – 4 Jährigen leiden 6,8 Prozent unter Neurodermitis. „Durch den Juckreiz und die sichtbaren Hautausschläge kann Neurodermitis die Psyche und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Deshalb ist eine gute Hautpflege, Medikamente und das Vermeiden von Reizstoffen sehr wichtig“, erläutert Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Denn dies könne die Beschwerden meistens so weit lindern, dass ein weitgehend normales Leben möglich sei.

 

Das Risiko für Neurodermitis wird durch eine familiäre Veranlagung deutlich erhöht. Aber auch andere Faktoren können zur Entstehung beitragen. Etwa 30 bis 40 Prozent aller Menschen mit Neurodermitis haben eine allergische Form der Erkrankung. Diese Patienten reagieren beispielsweise auf Hausstaubmilben, Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Nüsse oder Fisch. Aber auch raue Textilien, Zigarettenrauch oder starke Hitze oder Kälte können allergische Hautreaktionen hervorrufen.


Wie die Zahlen belegen, ist die Erkrankung in den letzten Jahren häufiger geworden, was sich alleine durch Vererbung nur schwer erklären lässt.

Dr. Knapstein: „Es wird daher vermutet, dass auch Umweltverschmutzung oder die immer bessere Hygiene eine Rolle spielen“. Vorbeugende Maßnahmen, für die in Studien nachgewiesen wäre, dass sie vor Neurodermitis schützen können, gibt es bis nicht. Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung gibt es lediglich für Nahrungszusätze mit probiotischen Bakterien.  

 

Hinweis für die Redaktion:

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

E-Mail: Dr.Elisabeth.Schoendorf@bw.aok.de
Telefon: 0711 2069-1025
Telefax: 0711 2069-911026
Mobil: 0172 6178096

Presselstraße 19
70191 Stuttgart