Kreis Böblingen:Schlaflos im Landkreis

Bis zu 20 von 100 Menschen haben Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen. Vor allem Frauen und ältere Menschen leiden häufig an Schlafstörungen und chronischen Schlafproblemen. Immer mehr Betroffene zählt die AOK Stuttgart-Böblingen auch im Landkreis Böblingen. Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können bei Schlaflosigkeit helfen.

Datum: 07.06.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Kreis Böblingen

Schlaf ist wichtig für Körper und Seele, denn während wir schlafen werden im Körper wichtige Prozesse reguliert und gesteuert: Gehirnverbindungen erneuern sich und das Immunsystem wird gestärkt. „Darüber hinaus erhöht ausreichender Schlaf das Leistungsvermögen, die Aufmerksamkeit, Lern- und Gedächtnisprozesse sowie das emotionale Befinden“, erklärt Dr. Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Doch Schlafstörungen nehmen immer mehr zu. Laut einer 2017 von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage* leidet über ein Drittel (38 Prozent) der Bevölkerung „ab und an“ unter Schlafproblemen. Jeder Zehnte sagt, er oder sie habe „häufig“ Probleme beim Ein- und Durchschlafen, jeder Fünfundzwanzigste „sehr häufig“.

 

Auch im Landkreis suchen deswegen immer mehr Menschen den Arzt auf. Wassiliki Babel, Pressesprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen: „Unter unseren Versicherten waren 2016 im Landkreis Böblingen 5.939 aufgrund von Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung, 2012 waren es nur 4.474 Personen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung pro Jahr um mehr als sieben Prozent.“

 

Sinkende Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, so wirkt sich Schlafmangel aus. Schlafen Menschen über lange Zeit zu wenig, haben sie ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. „Umgekehrt können aber bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrankheiten, Schilddrüsenerkrankungen oder auch psychische Krankheiten Ursache chronischer Schlafstörungen sein“, erklärt Dr. Knapstein und rät Menschen, die regelmäßig schlecht schlafen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

 

Liegen keine organischen Erkrankungen vor, fördere eine gesunde Lebensweise einen guten Schlaf, erklärt die Medizinerin und empfiehlt: „Regelmäßige Bewegung wirkt positiv auf die Schlafqualität. Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung müssen zwar zunächst erlernt werden, sind aber langfristig ebenfalls sehr erfolgversprechend.“

 

Wer sich mehr bewegen oder Entspannungstechniken erlernen will, findet bei der AOK Stuttgart-Böblingen geeignete Kursangebote. Infos unter www.aok-bw.de/gesundheitsangebote, oder telefonisch unter 0711 2069-5452.

 

 

 

Wissenswertes zum gesunden Schlaf:

 

  • Einen guten und erholsamen Schlaf hat, wer leicht einschläft, während der Nacht nicht wieder ganz wach wird, nicht zu früh aufwacht und sich morgens erholt fühlt.
  • Die Schlafdauer hängt unter anderem vom Alter ab. Kinder ab sechs Jahre schlafen in der Regel etwa neun Stunden pro Nacht, Erwachsene ungefähr sieben Stunden und über 80-Jährige nur noch etwa sechs Stunden. Das sind jedoch nur Durchschnittswerte – manche Menschen brauchen mehr, andere weniger Schlaf, um sich wohlzufühlen.
  • Kleinkinder brauchen viel mehr Schlaf als ältere Kinder und Erwachsene. Erst wenn sie etwa fünf Jahre alt sind, haben die meisten Kinder den Schlafrhythmus eines Erwachsenen: Sie sind tagsüber wach und schlafen die ganze Nacht durch.


    Fünf Tipps für eine geruhsame Nacht:

  • Auf Alkohol verzichten: Alkohol gilt als eine der häufigsten Ursachen von Schlafstörungen. Viele Menschen schlafen zwar schneller ein, wenn sie Alkohol getrunken haben, aber der Schlaf ist dann viel weniger erholsam.
  • Abends lieber leicht Verdauliches essen statt üppige oder scharf gewürzte Mahlzeiten zu sich nehmen.  
  • Vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke wie zum Beispiel Kaffee oder Cola und keine anderen anregenden Mittel zu sich nehmen. Auch manche Medikamente enthalten Koffein und können die Schlafqualität einschränken.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt in der Regel positiv auf die Schlafqualität. Aber: Nicht kurz vor dem Schlafengehen trainieren.
  • Ein fester Zeitplan und klare Gewohnheiten unterstützen den Schlaf-Wach-Rhythmus. So sollte man möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit aufstehen.

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