Kreis Tuttlingen: Psychische Erkrankungen nehmen bei Kindern und Jugendlichen zu - AOK rät zu Vorsorgeuntersuchungen

Anlässlich des Internationalen Tags der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober möchte die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg für das Thema sensibilisieren und auf die Einhaltung der Vorsorge-Untersuchungen gerade auch im Jugendalter hinweisen.

Datum: 28.08.2020 / Kategorie: Kindergesundheit

Kreis Tuttlingen

Etwa jeder fünfte Junge bzw. jedes siebte Mädchen war laut der letzten Auswertung der AOK Baden-Württemberg wegen einer psychischen Erkrankung in ambulanter oder stationärer Behandlung. Landesweit sind Kinder zwischen fünf und neun Jahren am häufigsten betroffen. Mit zunehmendem Alter geht die Anzahl der ärztlichen Behandlung wegen psychischer Erkrankungen zurück. Im Kreis Tuttlingen waren 2014 1.576 junge Versicherte betroffen, während es im Jahr 2018 bereits 2.123 Kinder und Jugendliche betraf.

 

 

 

„Das Risiko, dass psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter chronisch werden und die betroffenen Kinder und Jugendlichen Begleiterkrankungen entwickeln, ist hoch“, so PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Zum Entstehen und zum Verlauf von seelischen Erkrankungen tragen viele Umstände bei, unter anderem auch individuelle lerngeschichtliche sowie psychosoziale Faktoren. Je besser die persönliche Unterstützung im Umfeld ist, umso besser kann sich die seelische Gesundheit eines Kindes entwickeln.

 

Zu den häufigsten Diagnosen zählen unter anderem ADHS, soziale Verhaltensstörungen und auch Ess-Störungen. „Weil bei Kindern und Jugendlichen die Grenzen nicht leicht zu erkennen sind, wann ein ärztlicher Beratungs- und Behandlungsbedarf entsteht, ist es wichtig, die Vorsorge-Untersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt wahrzunehmen“, rät die AOK-Ärztin. Durch die Einschränkung ihrer psychischen Gesundheit werden betroffene Kinder und Jugendliche stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, insgesamt sogar stärker als durch körperliche Erkrankungen.

 

Doch längst nicht alle diese Kinder benötigen eine Behandlung. Ungefähr 6 von 100 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren haben eine behandlungsbedürftige psychische Störung. Zu den psychischen Erkrankungen zählen auch Entwicklungsstörungen, die wiederum häufige Erkrankungen mit geringem Krankheitswert, wie z.B. Lese- oder Rechtschreibschwäche, enthalten. Dies könnte die hohe Prävalenz im Grundschulalter erklären.

 

Infos zu den Kinder- und Jugend-Vorsorgeuntersuchungen finden Eltern unter: aok.de/familie

 

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