Landkreis Böblingen: Anteil psychischer Erkrankungen gesunken

Die Auswertung des Krankenstands der AOK Stuttgart-Böblingen zeigt einen Rückgang der psychischen Erkrankungen im Landkreis Böblingen. Trotzdem war 2018 fast jeder elfte Ausfalltag auf eine psychische Erkrankung zurück zu führen.

Datum: 15.03.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Landkreis Böblingen

 

 

"Auffällig an der diesjährigen Auswertung der Krankenstände ist, dass die Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen entgegen des Landestrends abgenommen haben, von 11,8 auf 10,6 Prozent bezogen auf alle Arbeitsunfähigkeitstage“, so Dr. Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen. „Von Seiten unserer Versicherten bekommen wir immer noch mit, dass es meist die Doppelbelastung zwischen Beruf und Familie ist, die im Alltag für Zeitdruck und Stress sorgen – und die im schlimmsten Falle zu einer Erkrankung führen kann.“

 

Psychische Erkrankungen machten 2018 im Landkreis zwar nur 4,7 Prozent aller Fälle von Arbeitsunfähigkeit aus. Aber: Sie verantworten 10,6 Prozent aller Krankheitstage. Tatsächlich dauern die Fehlzeiten bei psychischen Erkrankungen im Schnitt mehr als doppelt so lange wie bei anderen Krankheiten. Grundlage der Auswertung sind die erfassten Krankheitstage bei 72.159 AOK-versicherten Arbeitnehmern in den Betrieben des Landkreises Böblingen.

 

Auch wenn vermutet werden kann, dass ein verändertes ärztliches Diagnoseverhalten, das in der Bevölkerung mit einem spürbar offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen einhergeht, diesen Anstieg mit verursacht, so können doch insbesondere die gestiegenen psychosozialen Belastungen am  Arbeitsplatz als Ursache benannt werden. "Auch vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ist es wichtig, nicht nur die Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren, sondern auch die Ressourcen und den Umgang mit Stress bei jedem Einzelnen zu stärken", empfiehlt Diplom-Psychologe und AOK-Entspannungsexperte Henry Markus, der bei der AOK Stuttgart-Böblingen verschiedene Entspannungskurse wie „Achtsam bewegt“ oder „Entspannt von Kopf bis Fuß“ leitet.

 

Insgesamt ist der Krankenstand 2018 im Landkreis mit 4,8 Prozent im Vergleich zu 2017 mit 4,7 Prozent leicht gestiegen, liegt damit aber weiterhin unter dem Landesschnitt (5,2 Prozent). Die Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems, worunter beispielsweise Rückenleiden fallen, führen bei den Krankheitstagen die Statistik mit 20,6 Prozent an, während Atemwegserkrankungen – unter anderem grippale Infekte – nur für 15,5 Prozent der Fehltage verantwortlich sind. Hier liegen psychische Störungen wie Burn-out-Syndrom oder Depressionen mit ihrem Anteil von 10,6 Prozent bereits an dritter Stelle.

 

Mit Blick auf die Verteilung der Krankheitstage in den unterschiedlichen Berufen besteht die höchste Zahl an Arbeitsunfähigkeitstagen in jenen Branchen, in denen die körperliche Arbeit im Vordergrund steht. „Die am stärksten betroffenen Berufsgruppen im Landkreis Böblingen sind Mitarbeiter in der Farb- und Lackiertechnik, Steinmetze und Arbeitnehmer in der Haus- und Familienpflege“, sagt Schöndorf. Die Zahl der Arbeitsunfälle, Wegeunfälle sind hier ausgenommen, ist in der Baubranche mit 5,6 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle am höchsten, dicht gefolgt von den Entsorgungsbetrieben (5,3 Prozent). Die AOK-Statistik zeigt außerdem, dass Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren mit je 3,4 Prozent am seltensten arbeitsunfähig sind. Am höchsten ist der Krankenstand bei Frauen und Männern zwischen 60 und 64 Jahren, mit je 8,4 Prozent.

 

Für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen bietet die AOK Stuttgart-Böblingen sowohl Gesundheitskurse an, zum Beispiel in ihren Rückenstudios beim VFL Sindelfingen und im AOK-Gesundheitszentrum auf dem Flugfeld, aber auch Betriebliches Gesundheitsmanagement direkt in den Firmen. Dabei arbeitet sie eng mit den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern zusammen und führt Kurse, Weiterbildungen und Sofortmaßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung durch.

 

 

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

E-Mail: Dr.Elisabeth.Schoendorf@bw.aok.de
Telefon: 0711 2069-1025
Telefax: 0711 2069-911026
Mobil: 0172 6178096

Presselstraße 19
70191 Stuttgart