Landkreis Böblingen: Diagnose: MS

Die Multiple Sklerose, kurz auch als MS bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, also des Gehirns und des Rücken- marks. Sie verläuft chronisch, meist in Schüben und zeigt bei jedem Erkrankten äußerst unterschiedliche Symptome, so die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Pressemitteilung.

Datum: 28.05.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Kreis Böblingen

MS beginnt vorwiegend im jüngeren Erwachsenenalter, meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Weltweit sind etwa 2,5 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland leben nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 240.000 MS-Erkrankte. Jährlich werden etwa 2.500 Menschen neu mit MS diagnostiziert, mit steigender Tendenz. „Auch im Landkreis Böblingen ist die Zahl der MS-Patienten seit 2013 kontinuierlich angestiegen“, erläutert Dr. Elisabeth Schöndorf, Pressesprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen, und ergänzt: „Von 426 betroffenen AOK-Versicherten im Landkreis im Jahr 2013 stieg die Zahl bis auf 553 Betroffenen in 2017. Das entspricht einer mittleren jährlichen Steigerungsrate von vier Prozent.“ Frauen sind dabei zwei- bis dreimal so häufig in Behandlung wie Männer (2017 waren es 390 Frauen und 163 betroffene Männer).

 

Dr. Jan Paulus, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg: „Multiple Sklerose ist eine chronische, nicht heilbare entzündliche Erkrankung. Dabei schädigt das eigene Immunsystem Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark. Dies kann zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen, etwa Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Müdigkeit, Schmerzen in Armen und Beinen, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder Zittern.“ Eine medikamentöse Behandlung der Multiplen Sklerose zielt darauf ab, die Entzündungsreaktion und die fehlgesteuerte Immunreaktion zu beeinflussen. Vorbeugen kann man der Entstehung von Begleiterkrankungen durch körperliche Aktivität. „Patienten sollten daher zum Sport motiviert werden, benötigen allerdings aufgrund der krankheitsspezifischen Besonderheiten auch eine individuelle Beratung“, rät der Mediziner. Multiple Sklerose-Patienten können grundsätzlich jede Sportart ausüben. Allerdings können sich im Verlauf der Erkrankung die körperlichen Voraussetzungen so verändern, dass bestimmte Sportarten nicht mehr praktiziert werden können.

 

„Der Facharzt-Vertrag `Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie` der AOK Baden-Württemberg fördert die biopsychosoziale Versorgung und berücksichtigt die körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren bei der Behandlung und unterstützt damit die Teilhabe am Leben“, so AOK-Sprecherin Schöndorf.

 

Im Rahmen des PNP-Vertrags könne auf Wunsch begleitend zur Therapie auch der Soziale Dienst der AOK eingebunden werden. Die bestens vernetzten und erfahrenen Sozialpädagogen unterstützen zum Beispiel beim Umgang mit der Erkrankung, beraten im Hinblick auf berufliche Perspektiven und begleiten Erkrankte und ihre Familien bei der Organisation von Rehabilitation und Nachsorge.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

E-Mail: Dr.Elisabeth.Schoendorf@bw.aok.de
Telefon: 0711 2069-1025
Telefax: 0711 2069-911026
Mobil: 0172 6178096

Presselstraße 19
70191 Stuttgart