Landkreis Rottweil: Extremsommer 2015 hinterließ Spuren im Krankheitsgeschehen – bei Hitze auf Flüssigkeitszufuhr und Schatten achten

Sonnenschein und heißes Wetter – zu viel genossen, kann sich diese Kombination schädlich auf die Gesundheit auswirken. So hat sich der Extremsommer 2015 auch im Landkreis Rottweil in den Erkrankungszahlen niedergeschlagen, wie die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf Grundlage einer aktuellen Auswertung ihrer Versichertendiagnosen berichtet. Demnach seien damals 88 AOK-Versicherten im Landkreis wegen Hitzschlag und ähnlichen Hitzeschäden in Behandlung gewesen, hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung dürften es insgesamt rund 150 Personen gewesen sein.

Datum: 25.06.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Landkreis Rottweil

Im Jahr zuvor, 2014, waren es hochgerechnet lediglich rund 50 Betroffene im gesamten Landkreis, zuletzt, 2017, knapp 100 Personen. Die Zahl der Hitzschläge sei aber lediglich ein Indikator für von der Hitze verursachten Erkrankungen, erklärt Marc Digeser vom Gesundheitsteam der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Dazu dürften beispielsweise Kreislaufstörungen kommen, die letztlich ebenfalls durch die Hitze bedingt sind, sowie eine hohe Dunkelziffer an Personen, die keinen Arzt aufgesucht haben.

 

„Auch in der jetzt begonnen Hitzeperiode sollte man auf sich achten“, rät Marc Digeser. Vernachlässige man das Trinken und setzt man seinen Körper zu viel Bewegung aus, kann das zu gesundheitlichen Schäden führen. Bei einem Hitzschlag könne die Körpertemperatur nicht mehr richtig gesteuert werden. Marc Digeser: „Bei hoher körperlicher Belastung kann es dann zu einer Bewusstlosigkeit kommen. Ein Hitzschlag kann aber auch allmählich entstehen. Dann treten Appetitlosigkeit, Schwäche, Übelkeit, Durchfall und Desorientierung während mehrerer Tage auf.“

 

Erste Hinweise für einen Hitzenotfall können laut AOK Kreislaufprobleme, ein plötzlicher Kreislaufkollaps aber auch Muskelkrämpfe besonders in den Beinen sein. Hier helfen gekühlte, elektrolythaltige Getränke - wie Apfelsaftschorle. Zusätzliche Kühlung bringen kalte Umschläge. Wenn sich der Zustand eines Hitzeopfers durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht bessert, sollte man den Rettungsdienst unter 112 informieren.

 

Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, gilt es, ausreichend zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung auf den Körper zu vermeiden. „Eineinhalb bis zwei Liter ist die normale Trinkmenge. Bei einer Hitzewelle kann das aber auch mehr sein“, sagt der AOK-Experte. Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Nierenerkrankungen sollten allerdings die tägliche Trinkmenge besser mit dem Arzt besprechen. Obwohl eigentlich Ältere eher gefährdet seien, da bei ihnen oft das Durstgefühl verloren geht, waren auffällig viele junge Menschen im Alter von 15 bis 24 wegen Hitzschlag und Co. in Behandlung. Hier gab es etwa drei- bis viermal so viele Hitzeopfer wie in den Altersgruppen ab 40. Marc Digeser führt das auf ein risikoreicheres Gesundheitsverhalten zurück: „Auch Jüngere sollten ihre körperlichen Grenzen kennen und etwa beim Sport genügend Ruhepausen einlegen oder im Schwimmbad so viel wie möglich im Schatten bleiben. Außerdem gilt bei Hitze: kein Alkohol.“ Denn dieser führe zu Flüssigkeitsverlusten, bei Jung und Alt.

 

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