Landkreis Tuttlingen: Weniger Asthma-Erkrankungen im ländlichen Raum

Gesundheitsatlas Asthma des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aktuell erschienen. Im Landkreis Tuttlingen leiden weniger Menschen unter Asthma bronchiale (Asthma) als im Durchschnitt in Baden-Württemberg.

Datum: 09.11.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Tuttlingen

Im Landkreis Tuttlingen leiden mit 3,5 Prozent weniger Menschen unter Asthma bronchiale (Asthma) als der Durchschnitt in Baden-Württemberg (3,7 Prozent). Deutlich darüber liegt der bundesweite Schnitt mit 4,2 Prozent laut des aktuell erschienen Gesundheitsatlas Asthma.

 

Möglicherweise spielt die Luftqualität eine Rolle. Die Tendenz zeigt, dass Großstädter häufiger betroffen sind als Menschen im ländlichen Raum. Auch Alter und Geschlecht gelten als Einflussfaktoren. Bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre sind zunächst Jungen deutlich häufiger von Asthma betroffen als Mädchen. Mit zunehmendem Alter tritt die Krankheit dagegen häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Am häufigsten sind im Südwesten Frauen in der Altersgruppe 70 bis 79 Jahre betroffen (6,3 Prozent). Es zeigt sich eine deutliche Verlagerung hin zu älteren Menschen. Zu den Risikofaktoren, die Asthma verursachen können, zählen allergische Erkrankungen, eine genetische Veranlagung, Luftverschmutzung sowie eingeatmete lungenschädigende Stoffe wie Tabakrauch. Weitere Gründe für die Alters- und Geschlechtsunterschiede könnten aber auch hormonelle Einflüsse sein.

 

Ist die Diagnose Asthma bronchiale gestellt, haben die Patientinnen und Patienten gute Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf durch die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm (DMP) positiv zu beeinflussen. Entscheidend ist – neben der Motivation für einen gesunden Lebensstil – eine strukturierte Therapie. Das Behandlungsprogramm Curaplan Asthma bronchiale, das auch die AOK Baden-Württemberg anbietet, gewährleistet eine intensive Behandlung, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine differenzierte individualisierte Therapieplanung. Hinsichtlich Corona weisen erste Studienergebnisse darauf hin, dass bei einem gut kontrollierten Asthma nicht von einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgegangen werden kann.

 

Viele Präventionsmaßnahmen dienen sowohl als Primärprävention der Vorbeugung als auch in der Sekundärprävention dazu, ein bereits bestehendes Asthma positiv zu beeinflussen. "Der Fokus liegt im Rauchverzicht“, sagt Heidrun Zeller-Thorn, Ernährungsfachkraft bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg in Tuttlingen. Aber auch eine gesunde Ernährung, um Übergewicht zu vermeiden und um das Immunsystem zu stärken unterstützt die Asthma-Therapie positiv. "Außerdem ist regelmäßige Bewegung an frischer Luft wichtig, um die Atemmuskulatur zu kräftigen, die Fitness zu stärken und den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen“, so Zeller-Thorn.

 

Hinweise an die Redaktionen

 

Für den Gesundheitsatlas wurde ein neuartiges Hochrechnungsverfahren verwendet, das für diesen Zweck vom Wissenschaftlichen Institut der AOK in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt worden ist. Es erlaubt auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung bis auf die lokale Ebene. Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit werden dabei durch ein innovatives statistisches Verfahren herausgerechnet. Erklärtes Ziel dieser Analysen ist es, den Akteuren vor Ort fundierte Informationen über das Krankheitsgeschehen in ihrer Region bereitzustellen. In die Analyse einbezogen wurden Patienten mit einer ärztlich dokumentierten Asthma-Diagnose oder einer Teilnahme am DMP Asthma, die zudem ein Asthma-spezifisches Medikament erhielten.

 

Der Gesundheitsatlas für Baden-Württemberg bietet neben einem Vergleich der tatsächlichen Krankheitshäufigkeit auch eine Modellrechnung, die einen „fairen“ Vergleich zwischen den Regionen ermöglicht: Hierbei werden die Unterschiede herausgerechnet, die durch die unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Kommunen des Landes entstehen. Insgesamt bleiben die regionalen Unterschiede bei der Krankheitshäufigkeit im fairen Vergleich bestehen, die Ergebnisse unterscheiden sich kaum.

 

 

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