Leichter Anstieg bei Asthma-Patienten in der Region (Schwäbisch Hall)

Welt-Asthma-Tag am 5. Mai 2018 waren im Landkreis Schwäbisch Hall 3.955 Menschen wegen Asthma in Behandlung

Datum: 30.04.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

Atemnot, Husten und ein Engegefühl in der Brust. Was viele Menschen in diesen Tagen automatisch als Covid-19-Symptome abgespeichert haben, können auch typische Anzeichen von Asthma sein: eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. 2018 waren in Baden-Württemberg 232.626 AOK-Versicherte wegen Asthma in ärztlicher Behandlung, davon 3.955 im Landkreis Schwäbisch Hall. Die Anzahl der Erkrankten nahm von Jahr zu Jahr leicht zu: 2014 waren es 3.683, ein Jahr später 3.755, 2016 dann 3.856 sowie 3.894 im Jahr 2017.

 

An der Volkskrankheit Asthma leiden im Landesschnitt 5,2% aller AOK-Versicherten, im Landkreis Schwäbisch Hall liegt deren Anteil allerdings bei 3,6% und damit deutlich unter dem Schnitt. Die Zahl ist landesweit in den Jahren 2014 bis 2018 um durchschnittlich 0,4% pro Jahr gestiegen, sank jedoch entgegen dem Landestrend im Landkreis Schwäbisch Hall um 1,4% in diesem Zeitraum. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von über 45 Prozent in Baden-Württemberg mit Abstand die meisten Menschen versichert.

 

„Asthma-Anfälle können unter anderem durch Allergien ausgelöst werden, beispielsweise gegen Pollen, Hausstaubmilben oder andere allergene Stoffe in der Umwelt. Weitere mögliche Auslöser sind Infekte, Arzneimittel wie zum Beispiel Schmerzmittel oder Betablocker, körperliche Anstrengung oder Kälte. Rauchen und Asthma vertragen sich nicht. Betroffene sollten daher Umgebungen meiden, in denen geraucht wird.“, führt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein aus.

 

Die Vorbeugung gegen das Leiden beginnt schon in den ersten Lebensmonaten. Studien zufolge sind etwa die Hälfte aller kindlicher Asthmaerkrankungen vermeidbar. Das Risiko sinkt deutlich durch längeres Stillen von Babys sowie durch das Achten auf eine rauchfreie Umgebung. Wer vermutet, dass er eine Asthmaerkrankung hat, sollte sich zunächst telefonisch an seinen Arzt wenden. Dieser wird entscheiden, welche Untersuchungen notwendig sind und ob, wenn beispielsweise zusätzlich Fieber auftritt, ein Covid-19-Test sinnvoll ist.

 

Ein weiterer Hinweis der AOK-Medizinerin: Bewegung und Sport sind auch für Asthma-Patienten wesentlich. „Wichtig ist, die Intensität der Bewegung an die eigene Fitness anzupassen und die Belastung langsam zu steigern. Bei Anzeichen von Atembeschwerden soll man eine Pause machen. Studien weisen darauf hin, dass Sport und Bewegung Asthmabeschwerden auf Dauer sogar verringern können.“

 

Für Menschen mit Asthma bronchiale bietet die AOK Baden-Württemberg ein spezielles, strukturiertes Behandlungsprogramm: AOK-Curaplan Asthma. Dieses gewährleistet eine optimale Behandlung durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine Asthma-Therapie, die sich an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert sowie Patientenschulungen, die die Betroffenen zur aktiven Mitarbeit befähigen. 

 

 

Weiteres Material: Auch im Zusammenhang mit Heuschnupfen können manchmal Beschwerden auftauchen, die denen einer Covid-19-Erkrankung ähnlich sind. Zwar stehen bei Heuschnupfen allergischer Schnupfen, Niesattacken, verstopfte Nase oder Augenjucken im Vordergrund, aber auch asthmatische Beschwerden wie Husten oder Atemnot können auftreten. Die Daten dazu finden Sie unten bei "Dokumente" zum Download.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. René Schilling

Pressesprecher

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