Lungenerkrankungen nehmen weiter zu

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht COPD - nach den koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfall - an dritter Stelle der Erkrankungen, welche die meisten Todesfälle nach sich ziehen.

Datum: 26.11.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Heilbronn/Hohenlohe

Im Landkreis Heilbronn wurden 2017 insgesamt 5.035 AOK-Versicherte wegen COPD behandelt, im Stadtkreis Heilbronn waren es 2.311 und im Hohenlohekreis 2.390. Mit steigender Tendenz: Im Durchschnitt erhöhten sich die Patientenzahlen im Landkreis von 2013 bis 2017 jährlich um 0,3 Prozent, im Stadtkreis Heilbronn um 1,4 Prozent und im Hohenlohekreis um 2,4 Prozent, wie die AOK Bezirksdirektion Heilbronn-Franken mitteilt. In Baden-Württemberg war in diesem Zeitraum ein jährlicher Anstieg von 0,5 Prozent zu verzeichnen. 

Experten des Robert-Koch-Instituts haben ermittelt, dass zwischen 80 und 90 Prozent der COPD-Erkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen sind. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Eine COPD entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über Jahre hinweg. Typische Symptome sind Atemnot bei körperlicher Belastung - im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe – häufiges Husten, Auswurf, Geräusche beim Atmen wie Pfeifen und Brummen sowie verstärkte Beschwerden bei Erkältungen und Grippe. Die Betroffenen erleiden damit eine gravierende Einbuße an Lebensqualität.“

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist das Organ dauerhaft geschädigt und die Bronchien verengt. Dadurch bekommt der Körper bei fortgeschrittener COPD nicht mehr genügend Sauerstoff. Schon Alltagstätigkeiten reichen aus, um außer Atem zu geraten. Landesweit waren im vergangenen Jahr 171.076 AOK-Versicherte deshalb in Behandlung. 2013 waren es noch 157.220. Durch häufige Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, dauerhafte Medikation, Fehlzeiten im Beruf, Rehabilitationsmaßnahmen, Frühverentungen und vorzeitige Todesfälle entstehen hohe Kosten für das Sozialsystem. 

Die Erkrankungsrate nimmt mit dem Alter zu: In der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen sind etwa 0,8 Prozent aller Menschen betroffen, bei den 60- bis 64-Jährigen sind es bereits 8 Prozent und bei den 80- bis 84-Jährigen 12 Prozent. Experten schätzen die Zahl der nichterkannten Fälle noch wesentlich höher ein.

„Die Behandlung der COPD zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Heilung gibt es keine. Wichtig ist vor allem, auf das Rauchen zu verzichten. Medikamente können die Beschwerden lindern und Atemnot-Anfälle mindern“, erklärt Dr. Sabine Knapstein.

Die AOK Heilbronn-Franken bieten zusammen mit Suchtberatungsstellen zahlreiche Nichtraucher-Kurse. Menschen mit einer chronischen Atemwegserkrankung können mit dem AOK-Curaplan lernen, akute Atemnot zu vermeiden und ihre Lebensqualität zu verbessern. Informationen gibt es in jedem AOK-Kundencenter und im Internet: www.aok.de/pk/bw/inhalt/curaplan-copd-3/

 

 

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