Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür: Männer deutlich häufiger betroffen

Am 7. November ist Deutscher Magen-Darm-Tag

Datum: 29.10.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Karlsruhe

Die Anzahl an Erkrankten von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist zwar leicht rückläufig, doch immer noch hoch. 2019 begaben sich in Baden-Württemberg 28.305 AOK-Versicherte in Behandlung. In der Region Mittlerer Oberrhein wurden 2.542 Versicherte aufgrund von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren behandelt.

 

Vor allem Männer sollten präventiv gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre angehen: Sie sind fünfzig Prozent häufiger betroffen als Frauen. Die Behandlungsprävalenz nimmt mit dem Alter stetig zu und ist der Gruppe >84-jährigen am höchsten.

 

Risikofaktoren für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren

 

Kommt es zu einem Geschwür im Magen oder dem Zwölffingerdarm, sind meist mehrere Faktoren beteiligt. Eine besonders häufige Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, das Enzyme bildet, die Zellen der Magenschleimhaut schädigen können. Eine solche Infektion wird meist bereits in der Kindheit erworben. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente sind ebenfalls oft Ursache von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden oder in Kombination mit Kortison. Weitere Medikamente, die zu einer Geschwürbildung führen können, sind sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer, die oft gegen Depressionen verordnet werden, Chemotherapeutika und Bisphosphonate. Begünstigend auf die Entstehung solcher Geschwüre wirken eine genetische Veranlagung zu einem empfindlichen Magen, psychosozialer Stress, der die Produktion von Magensäure erhöhen kann, und ein ungesunder Lebensstil, hier vor allem Rauchen sowie ein übermäßiger Konsum von Alkohol und Kaffee.

 

Symptome bei Geschwüren

 

Schmerzen im Oberbauch, die oft in direktem Zusammenhang mit den Mahlzeiten stehen, können auf ein Geschwür hinweisen. Verschwinden diese nach dem Essen für einige Stunden, deutet dies auf ein Magengeschwür hin. Treten sie in der Nacht bei leerem Magen auf, weist dies auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hin. Schmerzen, die sich vor allem direkt nach dem Essen bemerkbar machen, können Anzeichen für Geschwüre im Magenkörper sein.

 

Bei etwa 20 von 100 Betroffenen beginnt das Geschwür zu bluten, was ernsthafte Folgen haben kann. Dazu zählen beispielsweise Eisenmangel und Blutarmut, bei stärkeren Blutungen auch Teerstuhl und das Erbrechen von Blut. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist eine Spiegelung von Magen und Dünndarm verbunden mit der Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Dies dient vor allem zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori und dem Ausschluss bösartiger Erkrankungen.

 

Behandlung und Prävention

 

Wird eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen, steht das Abtöten des Keims im Mittelpunkt der Behandlung. Bei mehr als 90 von 100 Patienten kann mit einer Kombination aus Medikamenten zum Magenschutz und Antibiotika eine Heilung erzielt werden. Geschwüre, die nach sechs Monaten noch nicht abgeheilt sind, werden in der Regel operiert. Zur Behandlung eines Geschwürs und zur Vorbeugung eines Wiederauftretens kann der Patient selbst durch sein Verhalten beitragen. So hilft es, Rauchen, Alkohol, Kaffee sowie Speisen und Getränke zu meiden, die die Magensaftproduktion stark anregen. Dazu zählen zum Beispiel fette und scharfe Gerichte. Zudem sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, ob möglicherweise magenschädigende Medikamente abgesetzt werden können. Das Reduzieren von Stress und regelmäßige Entspannungsübungen können ebenfalls die Genesung und die Vorbeugung einer erneuten Erkrankung unterstützen. Werden Medikamente zur Therapie des Geschwürs verordnet, sollten diese für die Dauer der Behandlung regelmäßig eingenommen werden.

 

Infos zum Thema „Gesundheit für Magen, Darm und Co. gibt’s unter:

 

www.gastro-liga.de

 

((Foto: bitte als Quellenangabe „AOK-Mediendienst“ angeben.))

 

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