Magengeschwür?

Aktuelle Zahlen aus dem Rems-Murr-Kreis

Datum: 26.11.2020 / Kategorie: Gesundheitstipps

Waiblingen

Schmerzen im Oberbauch, die oft in direktem Zusammenhang mit den Mahlzeiten stehen und nach dem Essen für einige Stunden verschwinden, können auf ein Magengeschwür hinweisen. Im Rems-Mur-Kreis waren im vergangen Jahr 1.331 Versicherte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr wegen eines Magengeschwürs in ambulanter oder stationärer Behandlung. Das entspricht etwa 0,8 Prozent der Versicherten. Die Krankheitshäufigkeit nimmt mit steigendem Alter stetig zu.

 

Die Diagnose Zwölffingerdarmgeschwür erhalten pro Jahr in Deutschland etwa 150 von 100.000 Menschen. „Hier treten die Schmerzen im Oberbauch eher in der Nacht bei leerem Magen auf“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Männer erkranken etwa dreimal häufiger daran als Frauen.

 

Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem Geschwür im Magen oder dem Zwölffingerdarm führen können. Eine besonders häufige Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Dieses lässt sich bei 90 von 100 Patienten mit Magengeschwür nachweisen. Auch bei 75 von 100 Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwür liegt eine solche Infektion vor. Diese erfolgt meist bereits in der Kindheit. Weitere Ursachen können entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika, sein. Zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder auch Ibuprofen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden oder in Kombination mit Kortison. Weitere Medikamente, die zu einer Geschwürbildung führen können, sind sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer, die oft gegen Depressionen verordnet werden, Chemotherapeutika und Bisphosphonate. Auch eine genetische Veranlagung zu einem empfindlichen Magen, psychosozialer Stress und ein ungesunder Lebensstil – vor allem Rauchen sowie ein übermäßiger Konsum von Alkohol und Kaffee – wirken sich begünstigend auf die Entstehung solcher Geschwüre aus.

 

„Die Geschwüre bleiben oft über einen längeren Zeitraum unentdeckt, wenn die Beschwerden nicht eindeutig sind oder von Betroffenen als wenig belastend wahrgenommen werden“, sagt Dr. Sabine Knapstein. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist eine Spiegelung von Magen und Dünndarm verbunden mit der Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Dies dient vor allem zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori und dem Ausschluss bösartiger Erkrankungen.

 

Wird eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen, steht das Abtöten des Keims im Mittelpunkt der Behandlung. „Bei mehr als 90 von 100 Patienten kann mit einer Kombination aus Medikamenten zum Magenschutz und Antibiotika eine Heilung erzielt werden. Geschwüre, die nach sechs Monaten noch nicht abgeheilt sind, werden in der Regel operiert“, so Dr. Knapstein.

 

Während der Behandlung und zur Vorbeugung des Wiederauftretens eines Geschwürs rät sie, Rauchen, Alkohol, Kaffee sowie Speisen und Getränke zu meiden, die die Magensaftproduktion stark anregen. Dazu zählen zum Beispiel fette und scharfe Gerichte. Zudem sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, ob möglicherweise magenschädigende Medikamente abgesetzt werden können. Das Reduzieren von Stress und regelmäßige Entspannungsübungen können ebenfalls die Genesung und die Vorbeugung einer erneuten Erkrankung unterstützen.

 

AOK-Versicherte, die am Haus- und FacharztProgramm teilnehmen, werden im Rahmen des Gastroenterologie-Vertrags auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens behandelt und ausführlich zum Lebensstil und zur Verminderung von Stress beraten. Die AOK bietet zudem allen Versicherten Gesundheitskurse an, zum Beispiel mit Blick auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und zum Erlernen von Entspannungsmethoden.

 

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