Markanter Anstieg beim Cannabismissbrauch im Landkreis Tuttlingen

Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2020 ist Cannabis in Deutschland die weitverbreitetste illegale Droge. Rund 46 Prozent der 18 – 25-Jährigen haben dem Suchtbericht zufolge bereits einmal Cannabis probiert

Datum: 23.07.2021 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Landkreis Tuttlingen

Die aktuelle Auswertung der Versichertendaten der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg belegt einen markanten Anstieg von Versicherten, die sich wegen Cannabis-Missbrauch im Landkreis Tuttlingen in ärztlicher Therapie befanden. Waren es 2015 noch 94, so waren es 2019 insgesamt 112 Versicherte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist auf die unmittelbaren Risiken des Konsums von Cannabis hin. Problematisch sei die partielle Unvorhersehbarkeit von massiven Beschwerden. Dazu zählen Herzrasen, Übelkeit und Schwindel. Auch ein Kreislaufkollaps ist möglich.

Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg: „Chronischer Gebrauch von Cannabis kann zu anhaltendem Verlust des Erinnerungsvermögens, Aufmerksamkeitsstörungen und schlechter intellektueller Leistung führen. Der Konsum kann abhängig machen und es werden vermehrt Schizophrenie und psychische Episoden beobachtet.“

Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psychotische Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungsideen sind möglich. Neben Beeinträchtigungen von Konzentration und Lernfähigkeit haben Wissenschaftler auch Halluzinationen und Persönlichkeitsstörungen nachgewiesen. Langzeitkonsumenten laufen Gefahr, massive hirnorganische Schäden zu erleiden. Dem kurzfristigen Höhenflug folgt häufig ein lang anhaltender Absturz.

Die Sucht nach der Psychodroge kann überwunden werden. „Hier ist es hilfreich, Strategien einzusetzen, die auch bei Stress hilfreich sind wie beispielsweise Hobbys nachzugehen, Sport zu treiben, Entspannungsübungen zu machen oder Freunde treffen. Die Hauptsache ist hierbei, aktiv zu sein in Dingen, die Spaß machen und Neues auszuprobieren,“ rät Dr. Hans-Peter Zipp.

Hilfesuchenden im Landkreis Tuttlingen stehen der Soziale Dienst der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg oder die Suchtberatungsstelle mit Rat und Tat zu Seite. Der Leiter des Sozialen Dienstes der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Pascal Palombo bietet unter der Telefon Nummer 07461 704-435 individuelle Beratung.

Kontaktdaten zu Suchtberatungsstelle in Tuttlingen sind unter www.bw-lv.de/beratungsstellen/fachstelle-sucht-tuttlingen/ zu finden.

 

Angelika Sönnichsen

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