Martin Gerster informiert sich bei der AOK

Mundschutz und Abstand waren selbstverständlich auch für den Biberacher Bundestagsabgeordneten Martin Gerster Pflicht, als er das AOK-Kundencenter am Ulmer Tor in Biberach für ein Informationsgespräch mit AOK-Geschäftsführerin Dr. Sabine Schwenk und ihrem Stellvertreter Jürgen Weber besuchte.

Datum: 06.07.2020 / Kategorie: Sonstiges

Biberach

Martin Gerster ließ sich das Öffnungskonzept, die Abstandsregelungen und die Hygienemaßnahmen des Biberacher Hauses erläutern, das sich seit vergangener Woche in der zweiten Phase der Wiedereröffnung befindet. D. h. die AOK Ulm-Biberach empfängt nun auch wieder Kundinnen und Kunden ohne vorherige Terminvereinbarung.

 

Ein Schwerpunkt des Gespräches war die finanzielle Situation der AOK und der gesetzlichen Krankenkassen in Allgemeinen. „Auch unsere Rücklagen sind seit Jahresanfang gesunken“, sagte Sabine Schwenk. „Die finanzielle Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht weiter auseinander. In der nun beginnenden zweiten Jahreshälfte werden die Einnahmen aufgrund von Corona-bedingter Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, sowie die Rücklagen durch die im vergangenen Jahr erlassenen Gesetze, weiter sinken.“ Die Politik habe die Risiken glücklicherweise erkannt und spreche über Bundeszuschüsse für die Krankenkassen. Nur so lasse sich die Zusage, die Abgaben auf 40 Prozent des Bruttogehalts zu deckeln, einhalten.

 

Ein weiteres Thema war die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung. „Nicht erst seit der Corona-Krise zeigt sich, dass die Versorgung mit Medikamenten nicht zuverlässig sichergestellt ist“, so Martin Gerster. „Wir brauchen Vorräte und müssen Abhängigkeiten von außereuropäischen Lieferanten abbauen.“ Sabine Schwenk sagte, die AOK werde auf jeden Fall ihren Beitrag leisten, um die zuverlässige Versorgung mit Medikamenten zu verbessern. An entsprechenden Vorschlägen werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet.

 

„Ohne eine funktionierende Infrastruktur im Gesundheitswesen können wir Pandemien wie Corona nicht wirkungsvoll bekämpfen“, sagte Gerster. „Die tragischen menschlichen und finanziellen Folgen des Versagens von Gesundheitssystemen können wir jeden Tag in vielen Ländern aufs Neue sehen.“ Jürgen Weber betonte, dass die AOK eng mit der Politik und allen Verantwortlichen auf regionaler und lokaler Ebene zusammenarbeite, um die Folgen der Pandemie aufzufangen. „Wir haben über 1.600 Anträge auf Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen unbürokratisch genehmigt. Kein einziger wurde abgelehnt“, so Weber. „Arbeitgeber und unsere Versicherten können sich jederzeit an uns wenden, wenn sie sich in einem finanziellen Engpass befinden. Wir versuchen in jedem Fall, Lösungen zu finden und zu helfen.“

 

Martin Gerster glaubt, dass die Pandemie die deutsche Gesellschaft verändern wird. Er sieht bereits Zeichen für einen Bewusstseinswandel bei den Biberachern: „Das Thema Gesundheit hat ganz klar mehr Bedeutung bekommen. Die Leute achten mehr auf sich, fahren z. B. mehr Fahrrad.“ Relativ wenige Fortschritte sieht Gerster hingegen beim Zigarettenkonsum. Er hofft, dass wieder verstärkt Kampagnen gegen das Rauchen gestartet werden und mehr Menschen, auch wegen Corona, mit dem Rauchen aufhören. In diesem Bereich gebe es noch viel Nachholbedarf.

 

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