Mehr Schwangere von Diabetes betroffen: Mit gesundem Lebensstil vorbeugen

Bei 277 AOK-versicherten schwangeren Frauen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe wurde im Jahr 2017 ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Laut AOK-Statistik ist dies der höchste Wert im Fünf-Jahres-Vergleich.

Datum: 13.08.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Karlsruhe

Waren es 2013 noch 166 Schwangere mit Gestationsdiabetes, so der medizinische Fachausdruck, so waren es 2015 bereits 206 Frauen. In Baden-Württemberg entspricht die Quote 13,3 Prozent aller Frauen, die 2017 ein Kind zur Welt brachten. Die Tendenz ist weiterhin steigend. In der Altersgruppe der 45 bis 49-Jährigen ist der Anteil der Betroffenen an allen Schwangeren mit 33 Prozent am höchsten.

 

Die Störung des Zuckerstoffwechsels verursacht nur selten Beschwerden. Unbehandelt kann ein Gestationsdiabetes jedoch ernste Folgen haben. Ein Schwangerschaftsdiabetes lässt sich mit einem Glukosetoleranztest, der meistens zwischen 24. und 27. Schwangerschaftswoche erfolgt, nachweisen. Die Kosten für den Test werden von den Krankenkassen übernommen.

 

„Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel nimmt das Risiko für bestimmte seltene Geburtskomplikationen etwas zu“, informiert Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein. Eine typische Folge des unentdeckten Schwangerschaftsdiabetes kann ein sehr großes Baby sein. Meist lässt sich das Risiko durch eine Ernährungsumstellung wieder senken.

 

Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bringen ein gesundes Kind zur Welt. Allerdings: Bei erhöhtem Blutzucker steigt das Risiko für eine andere seltene Schwangerschaftserkrankung, die sogenannte Präeklampsie. Diese geht mit einer erhöhten Eiweißausschüttung im Urin einher, der Blutdruck steigt und es kommt zu Wassereinlagerungen im Körper. Ohne Behandlung kann eine Präeklampsie Mutter und Kind schaden.

 

Fit zu sein, ist besonders während einer Schwangerschaft wichtig. Denn ein gesunder Lebensstil und eine angemessene Gewichtszunahme wirken sich positiv auf die Entwicklung des Kindes aus. Zur Vorbeugung eines Schwangerschaftsdiabetes sowie zur Behandlung bei einer milden Verlaufsform kann eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen beitragen. Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst sollten daher Hauptbestandteile der Ernährung sein. Bei Getreideprodukten sollte Vollkorn bevorzugt werden. Meiden sollten Betroffene hingegen Lebensmittel mit schnell wirksamem Zucker wie beispielsweise mit Zucker gesüßte Getränke und Softdrinks, Süßigkeiten und Süßspeisen, Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren wie etwa Wurst, fetter Käse und andere Milchprodukte mit hohem Fettgehalt sowie stark gesalzene Lebensmittel wie Fertiggerichte, Salzgebäck oder Chips.

 

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