Migräne: Fast viermal mehr Frauen als Männer - Fallzahlen im Landkreis Waldshut nehmen zu

Fast 160.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg waren 2013 in ambulanter oder stationärer Behandlung wegen Migräne. Davon waren rund 125.000 Frauen. Eine ähnliche Aussage macht die Statistik für den Landkreis Waldshut. Von den insgesamt 2.166 Fällen des Jahres hatten sich 1.661 Frauen in Behandlung begeben.

Datum: 05.02.2015 / Kategorie: Krankenstand

Waldshut-Tiengen

„Dabei nehmen die Fälle von Jahr zu Jahr statistisch zu“, sagt Riccardo Sibold, AOK-KundenCenter-Leiterin in Bad Säckingen. 2007 hatte die AOK noch 1.935 Fälle im Landkreis Waldshut gezählt. Das entspricht einer Steigerung um knapp drei Prozent jährlich. Dabei sieht Sibold noch eine beträchtliche Dunkelziffer: „Viele Betroffene gehen wegen einer Migräne nicht zum Arzt, so dass wir diese Versicherten in unserer Berechnung nicht erfassen können.“ Hinzu komme, dass Migräne im ambulanten Bereich als solche nicht erkannt würde und vom behandelnden Arzt oft als ‚Kopfschmerz ohne nähere Angaben‘ klassifiziert würde.

Migräne ist eine Erkrankungsform, die bei vielen Betroffenen mit der Pubertät einsetzt, seinen Höhepunkt zwischen 35 und 50 Jahren hat, um dann allmählich wieder abzuklingen. „Kennzeichen einer Migräne sind Kopfschmerzattacken, die zusammen mit Symptomen wie Übelkeit auftreten können. Genaue Ursachen sind nicht bekannt, es gibt jedoch bestimmte Auslöser: Besonders Stress und Schlafmangel können Migräne auslösen“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Psychotherapeutin und Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Migräne-Attacken können auch einsetzen, wenn zum Beispiel zu wenig getrunken wurde. Migräne kann außerdem durch Reizüberflutung ausgelöst werden, ebenso durch bestimmte Wetterlagen wie zum Beispiel Föhn.“ Um Migräne-Anfälle zu verhindern, sollten Betroffene auf die Auslöser achten und sie deshalb möglichst meiden. „Auf jeden Fall wirken Maßnahmen wie eine geregelte Lebensweise und Ausdauersport vorbeugend“, rät Dr. Knapstein. Auch Entspannungsübungen, wie zum Beispiel autogenes Training, seien hilfreich. Ebenso Ruhe, Schlaf und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin in richtiger Dosierung.

Cordelia Steffek

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