Migräne haben immer mehr Menschen

AOK-Fallzahlen in der Region Bodensee-Oberschwaben um 25 Prozent gestiegen: Vor allem sind Frauen betroffen

Datum: 19.09.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Bodensee-Oberschwaben

Sie kommen meist ganz plötzlich und unerwartet. Die Schmerzen sind dann häufig unerträglich. Betroffene klagen über heftiges Kopfweh, Gliederschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühle, Appetitlosigkeit und Sehstörungen. Immer mehr Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben sind von Migräne betroffen. Das bestätigt eine Auswertung der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. 5.743 AOK-Versicherte waren nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen vom Jahr 2015 wegen Migräne in Behandlung. Das ist eine Steigerung um rund 25 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Frauen leiden den Zahlen nach häufiger unter Migräne als Männer. Am häufigsten ist bei beiden Geschlechtern die Altersgruppe der 50 bis 54 Jährigen betroffen. Migräne ist eine Erkrankung des jungen Erwachsenenalters bzw. des mittleren Lebensabschnitts.

 

Die Erkrankungshäufigkeit nimmt seit 2011 stetig zu. Im Landkreis Ravensburg waren 2015 2.543 Betroffene in ärztlicher Behandlung, im Landkreis Sigmaringen 1.770 und 1.430 im Bodenseekreis. Waren es in 2011 im Landkreis Ravensburg noch 2.039 Migränepatienten, im Landkreis Sigmaringen 1.369 und 1.185 im Bodenseekreis. Für den Landkreis Sigmaringen bedeutet das eine Steigerung um rund 30 Prozent. In Baden-Württemberg ist eine Steigerung um 22 Prozent innerhalb von fünf Jahren, im Landkreis Ravensburg um rund 25 Prozent und im Bodenseekreis um rund 20 Prozent angezeigt. Die Erkrankungshäufigkeit könnte aber deutlich höher sein. „Viele Versicherte mit Migräne gehen nicht zum Arzt, sondern behandeln sich per Selbstmedikation. Dies hat zur Folge, dass sie in den Abrechnungsdaten der Kasse gar nicht erst erfasst werden", erklärt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben.

 

Migräne-Anfälle kommen oft ohne Vorwarnung. Genaue Ursachen sind nicht bekannt, es gibt jedoch eine genetische Veranlagung dafür. „Zu den Auslösern einer Migräne zählen unter anderem hormonelle Schwankungen, aber auch Stress und Schlafmangel, Reizüberflutung, das Auslassen von Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen“, so Roland Beierl weiter. Auch können Migräneattacken einsetzen, wenn zum Beispiel zu wenig getrunken wurde.

 

Übungen helfen, um Migräneanfälle zu verhindern. Dazu sollten Betroffene auf die Auslöser achten und sie möglichst meiden. Auf jeden Fall wirken Maßnahmen, wie eine geregelte Lebensweise und Ausdauersport, vorbeugend. Auch Entspannungsübungen, wie autogenes Training, helfen, ebenso wie Ruhe und Schlaf. Schmerzmittel, wie Paracetamol oder Aspirin, in richtiger Dosierung können bei leichten Attacken hilfreich sein. Werden Schmerz oder Migränemittel jedoch zu häufig eingesetzt, kann dies zu chronischen Kopfschmerzen führen. „Zur geeigneten Migränebehandlung sollten Patienten sich individuell von ihrem Arzt beraten lassen. So kann die beste Form der Therapie gefunden werden“, empfiehlt der AOK-Geschäftsführer.

 

Unterstützend helfen die Gesundheitsangebote der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. Die Bewegungs- und Entspannungskurse sind kostenfrei und exklusiv für AOK-Versicherte. Anmeldung unter Telefon 0751 371-170. Mehr unter: www.aok-bw.de/gesundheitsangebote

 

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Pressesprecher

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