Mit ausgewählter Kost das Krebsrisiko senken: Im Landkreis Esslingen erkranken mehr Frauen an Brustkrebs

Wer die Diagnose Krebs erhält, quält sich oft mit Selbstvorwürfen und die ewige Frage nach dem Warum: Habe ich nicht genügend auf meine Ge-sundheit geachtet, habe ich mich nicht richtig ernährt, habe ich zu wenig Sport gemacht? Mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Laut einer Auswertung der AOK unter ihren Versicherten gab es 2016 in Baden-Württemberg 5.360 Betroffene. Ein deutlicher Anstieg von Brustkrebs bei Frauen ist im Landkreis Esslingen zu beobachten. Hier hat sich die Zahl von 2015 auf 2016 nahezu verdoppelt. Mit 750 Neuerkrankten (Jahr 2016) liegt der Kreis Esslingen damit weit an der Spitze im Vergleich zu allen anderen Landkreisen. Die Zahl der Darmkrebserkrankungen ist mit 277 Fällen in 2016 nahezu unverändert.

Datum: 05.03.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Esslingen

Die meisten Frauen, die an Brustkrebs erkranken sind laut AOK-Auswertung zwischen 70 und 79 Jahre alt. Männer wie Frauen trifft der Darmkrebs am häufigsten in der Altersgruppe ab 85 Jahren. „Mit gesunder Ernährung kann man, neben einer ganzen Reihe schwerwiegender Erkrankungen, auch Darmkrebs vorbeugen. Selbstverständlich kommt Krebs nicht nur vom falschen Essen. Familiäres Risiko und unsere Gene spielen ebenso eine große Rolle“, sagt AOK-Ärztin Sabine Knapstein anlässlich des Tags der gesunden Ernährung am 7. März.

 

Zur Vorbeugung gegen Darmkrebs empfiehlt sie eine ballaststoffreiche Ernährung und abwechslungsreiche Kost, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist. Außerdem sollte man möglichst wenig rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und Wurst verzehren. „Weißes Fleisch, wie zum Beispiel Geflügel, hat keinen messbaren Einfluss auf das Darmrisiko.“

 

Zu den größten gesundheitlichen Gefahren zählt das Übergewicht. „Menschen mit einem erhöhten Body-Maß-Index von mehr als 25 haben ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken“, sagt Knapstein. Deshalb rät sie zu regelmäßiger Bewegung, auch um anderen Erkrankungen vorzubeugen. Übergewicht und ein erhöhter Alkoholkonsum wirke sich vor allem nach den Wechseljahren risikosteigernd für Brustkrebs aus.

 

Sollte trotzdem Krebs auftreten, so bedeute dies nicht, dass man sich falsch ernährt oder wichtige Faktoren übersehen hat. „Niemand soll die Schuld an seiner Erkrankung bei sich selbst suchen“, betont Isolde Stadtelberger, Leiterin der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Esslingen. „Wir fangen Betroffene nach dem Schock der Diagnose auf und helfen, die Gedanken wieder in Ordnung zu bringen. Wir unterstützen die Frauen, ihren eigenen Weg im Umgang mit der Krankheit zu finden“, so Stadtelberger. Ihre Selbsthilfegruppe trifft sich jeden 2. Donnerstag im Monat und ist offen für jede Art der Krebserkrankung, „denn die Probleme sind bei allen Erkrankten ziemlich die gleichen“, so die Leiterin (Kontakt: stadtelberger@t-online.de).

 

 

 

Petra Schneppe

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