Neuer Höchststand bei Krankmeldungen

Laut AOK-Statistik erreichen die krankheitsbedingten Fehlzeiten bei Arbeitnehmern im Zollernalbkreis einen neuen Höhepunkt. Die Zahl der Beschäftigten in einer Langzeitarbeitsunfähigkeit ist zwar gesunken, dafür waren diese länger krank.

Datum: 12.03.2020 / Kategorie: Krankenstand

Balingen

Der Krankenstand der im Zollernalbkreis beschäftigten Arbeitnehmer, die bei der AOK Neckar-Alb versichert sind, ist im Jahr 2019 auf 5,4 Prozent gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand erreicht. Im Vorjahr waren die Beschäftigten an 5,3 Prozent aller Kalendertage krankgeschrieben. Damit liegt die Region gleichauf mit  dem Bund, auf Landesebene jedoch über dem Durchschnitt von 5,1 Prozent. Betrachtet man die letzten zehn Jahre, sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten in der Region kontinuierlich um insgesamt einen Prozentpunkt von 4,4 Prozent im Jahr 2009 auf nunmehr 5,4 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse hervor.

 

 

 

Auf jedes AOK-Mitglied in Betrieben der Region kamen im Jahr 2019 durchschnittlich 19,8 krankheitsbedingte Fehltage, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei betrug die durchschnittliche Krankheitsdauer je Fall 11,5 Kalendertage, was eine Steigerung von 1,8 Prozent gegenüber 2018 ausmacht.

 

 

 

Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle), die länger als sechs Wochen krankgeschrieben waren, ist im vergangenen Jahr zwar leicht gesunken (4,1 Prozent in 2019 gegenüber 4,2 Prozent in 2018). Diese Langzeiterkrankungen verursachten jedoch einen längeren Beschäftigungsausfall (43,7 Prozent aller AU-Tage gegenüber 42,0 Prozent im Vorjahr). Demnach fehlten Beschäftigte im Langzeitbereich krankheitsbedingt im Durchschnitt ein dreiviertel Jahr lang.

 

 

 

Vergleicht man alle Krankheitsarten, die zu Arbeitsausfällen führten, blieb die Reihenfolge sowohl bei der Häufigkeit als auch bei der Dauer unverändert, mit leichten anteiligen Veränderungen. Mit einem Anteil von 24,6 Prozent liegen die Atemwegserkrankungen nach wie vor vorne, wenn es um die Häufigkeit der Fälle geht. Betrachtet man jedoch die Dauer der Krankschreibungen, führen die Muskel- und Skeletterkrankungen mit 21,4 Prozent die Liste an, gefolgt von den Atemwegserkrankungen (11,8 Prozent) und den psychischen Beschwerden (12,6 Prozent).

 

 

 

Im Branchenvergleich fehlten die Beschäftigten im Verkehrs- und Transportgewerbe krankheitsbedingt am häufigsten, nämlich an 6,2 Prozent aller Kalendertage. Am geringsten fiel laut AOK-Statistik der Krankenstand mit 3,1 Prozent bei den Banken und Versicherungen aus.

 

 

 

Betrachtet man die Entwicklung der Krankenstände nach Alter und Geschlecht fällt auf, dass die ganz jungen Arbeitnehmer zwischen 15 und 19 Jahren die geringsten Fehltage haben. Zunehmende Fehltage haben Beschäftigte ab einem Alter von 40 Jahren, sowohl Männer als auch Frauen. Ab 55 Jahren führen dann die Männer die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage an, bis zu einem Spitzenwert von 9,6 Prozent im Alter von 64 Jahren.

 

 

 

Hinweis an die Redaktion:

 

 

 

Grundlage für den Gesundheitsreport sind Krankheitsdaten aus dem Jahr 2019 von 52.439 im Zollernalbkreis beschäftigen AOK-Mitgliedern. Ausgewertet wurden diese vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO).

 

Berücksichtig wurden nur durch eine ärztliche Bescheinigung gemeldete Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle). Als AU-Tage gelten Kalendertage, also auch Samstage, Sonntage und Feiertage. Fehlzeiten aufgrund von Kuren und Krankengeldfälle wurden ebenso berücksichtigt.

 

Kontakt zur Pressestelle

Erwin Graf

KC Balingen, Pressesprecher

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