Ortenau: Corona bremst Komatrinken aus

Zählte die AOK in der Ortenau im Jahr vor Corona 335 Rauschtrinker, so ging dieser Anteil im Corona-Jahr 2020 deutlich zurück.

Datum: 16.06.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

2016 wurden in der Ortenau 337 Menschen wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. „Ähnlich viele waren es auch in den folgenden Jahren“, erklärt Norbert Limberger, Leiter des AOK-Kundencenter-Netzwerks Südliche Ortenau. Im letzten Jahr, das von Corona geprägt war, stellt die AOK unter ihren Versicherten mit 250 Rauschtrinkern einen deutlichen Rückgang fest. Betroffen waren 185 Männer und 65 Frauen. Einen ähnlichen Trend gibt es auch in Baden-Württemberg: 2019 wurden hier 11.214 Rauschtrinker gezählt, 2020 waren es 9.111.

 

„Ich vermute, dass dieser Rückgang im Kontaktverbot und den damit fehlenden Gelegenheiten begründet liegt“, so Limberger. Einen ersten steilen Anstieg bei den Komatrinkern lässt die Statistik bei den 15-19-Jährigen erkennen, den höchsten Ausschlag gibt es bei den 50 – 60-Jährigen.

 

In einer von der AOK in Auftrag gegebenen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey wurden 2700 Menschen in Baden-Württemberg nach ihrem Alkoholkonsum befragt. Rund ein Viertel aller Befragten in der Ortenau gab an, während der Corona-Pandemie weniger Alkohol als zuvor getrunken zu haben, 11,4 Prozent dagegen mehr. „Knapp 37 Prozent sagten, dass sie

 

wöchentlich Alkohol konsumieren, knapp 11 Prozent täglich“, erklärt Limberger. 38 Prozent der Befragten in der Ortenau bevorzugen übrigens Wein, etwa 29 Prozent geben an, als häufigstes alkoholisches Getränk Bier zu trinken.

 

Schon bei Jugendlichen tritt das Phänomen Komatrinken auf. Fast 10 Prozent der Befragten erinnert sich, den ersten starken Rausch im Alter zwischen 12 und 14 Jahren gehabt zu haben.

 

„In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Alkohol als Genussmittel kulturell fest verankert“ erklärt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. „Das birgt auch Gefahren. Denn Alkoholabhängigkeit ist das größte Suchtproblem in Deutschland“. So kann ein übermäßiger Alkoholkonsum die Risiken für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Störungen und vor allem Leberleiden erhöhen. „Übermäßiges Trinken von Alkohol zählt weltweit zu den fünf bedeutsamsten Risikofaktoren, Beeinträchtigungen und Sterbefälle“, so die Medizinerin.

 

„Wir dürfen bei unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen“, ergänzt Limberger. „Nur so können wir dazu beitragen, dass Jugendliche eine gesunde Einstellung zu Alkohol erfahren“.

 

 

 

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