Ortenau: Mehr Kranke im Coronajahr

Der Krankenstand der AOK-Versicherten im Ortenaukreis ist in den ersten sechs Monaten des Coronajahres angestiegen. Nach Angaben der AOK Südlicher Oberrhein kletterte er im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 von 5,4 auf 5,9 Prozent.

Datum: 04.12.2020 / Kategorie: Krankenstand

Ortenau

„Dieser Anstieg ist auch in den benachbarten Landkreisen auszumachen“, erklärt Fabian Singler, der bei der AOK Auswertungen zum Krankenstand berechnet. „Der Krankenstand in der Region am südlichen Oberrhein – das sind neben dem Ortenaukreis auch die Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Freiburg – betrug im ersten Halbjahr 2019 5,0 Prozent, im ersten Halbjahr 2020 5,3 Prozent“. Im gleichen Zeitraum wies die Statistik bundesweit einen Krankenstand von 5,7 Prozent auf, in Baden-Württemberg 5,4 Prozent.

 

Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer ist in der Ortenau in den ersten sechs Monaten um über 21 Prozent auf 12,6 Tage angestiegen.

 

Mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitsfälle in der Ortenau gingen im ersten Halbjahr auf Erkrankungen der Atemwege zurück. An zweiter Stelle finden sich die Erkrankungen des Rückens mit 15 Prozent, gefolgt von Erkrankungen des Verdauungssystems (6,4 Prozent), Verletzungen (6,2 Prozent), Psychische Erkrankungen (5,1 Prozent) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2,9 Prozent).

 

Bei den Arbeitsunfähigkeitstagen liegen die Rückenerkrankungen (21 Prozent aller Ausfalltage), an erster Stelle, gefolgt von den Atemwegserkrankungen (16,7 Prozent). Psychische Erkrankungen liegen mit 10,4 Prozent auf dem dritten Platz, danach kommen Verletzungen (9,4 Prozent), Herz-Kreislauferkrankungen (4,3 Prozent) und Erkrankungen des Verdauungssystems (3,6 Prozent).

 

Auffällig ist vor allem der saisonale Verlauf: „Als die Pandemie so richtig losbrach, also in den Monaten März und April, meldeten sich deutlich mehr Menschen krank als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres“, bestätigt Singler. „Im März 2019 betrug der Krankenstand 5,5 Prozent, im März 2020 kletterte er auf 7,7 Prozent“.

 

Besonders interessant ist der Blick auf die Krankmeldungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Hier gibt es große regionale Unterschiede. So lag in der Ortenau der Anteil der AOK-versicherten Erwerbstätigen, bei denen zwischen Januar und Oktober 2020 eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit COVID-19 bescheinigt wurden, bei 2,85 Prozent. In den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald rangiert diese Arbeitsunfähigkeitsquote bei 1,77 bzw. 1,9 Prozent, im Stadtkreis Freiburg bei 1,73 Prozent.

 

 

 

 

 

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