Ostalbkreis: Rücken und Psyche sorgen für lange Krankmeldungen

Krankenstand im Ostalbkreis ist unverändert. Die AOK Ostwürttemberg legt Gesundheitsbericht 2019 vor. Ausblick für 2020 ist schwierig.

Datum: 02.04.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Aalen, Schwäbisch Gmünd,

Der Krankenstand der Beschäftigten im Ostalbkreis lag im Jahr 2019 bei 5,2 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der AOK Ostwürttemberg über die krankheitsbedingten Fehlzeiten der bei ihr versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

Krankheitsursache Nummer 1 bleiben die Atemwegsinfekte, wie Grippe und Erkältungen. Sie machen gut ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeiten (25,8 Prozent) aus. An 2. Stelle liegen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 15,6 Prozent. Darunter fallen Krankheiten des Rückens, der Bandscheiben wie auch muskuläre Erkrankungen. Mit Blick auf die Anzahl der Ausfalltage in den Unternehmen stehen Rückenleiden & Co. in der Region weiterhin an 1. Stelle. (2019: 23,1 % - 2018: 22,3%)

 

Im Schnitt waren bei der Gesundheitskasse versicherte Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 18,9 Tage (2018: 19,0) arbeitsunfähig. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall über alle Krankheiten hinweg beträgt 10,4 Kalendertagen. Hier liegt der Ostalbkreis unter Landesniveau (10,7). 59,5 Prozent aller Beschäftigten waren 2019 mindestens einmal vom Arzt krankgeschrieben worden.

 

Von den bei der AOK versicherten Beschäftigten – im Ostalbkreis 51.397 – waren 2019 nur 3,2 Prozent länger als 42 Tage krank, diese machen aber 37,4 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) aus. Neben den Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 23,1 Prozent verursachen vor allem die psychischen Erkrankungen, die im Ostalbkreis zwar nur einen Anteil von 4,6 Prozent am Krankheitsgeschehen haben, 10,2 Prozent aller AU-Tage.

 

Mit Blick auf das aktuelle Jahr und die Corona-Epidemie erwartet Hans-Joachim Seuferlein, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, in der Statistik 2020 ganz andere AU-Werte: „Es gibt für diese Corona-Pandemie keinen Vergleich durch die bisherigen AU-Statistiken!“

 

Bisher galt die Gesetzmäßigkeit bei bisherigen Wirtschaftskrisen, dass die Menschen aus Furcht, den Arbeitsplatz zu verlieren, eher seltener zum Arzt gehen, was in der Statistik zu sinkenden Fehlzeiten führte. „Bisherige Erfahrungswerte von Wirtschaftskrisen lassen sich aber nicht auf diese Pandemie-Krise übertragen“, so der AOK-Chef.

 

Für die Corona-Virus-Erkrankung gibt es seit Februar einen Diagnose-Code für Ärzte und Kliniken. Diese Erkrankung wird dann unter Atemwegserkrankungen geführt und statistisch erfasst. Erste valide Daten werden voraussichtlich im August vorliegen. „Es gibt noch viele andere Punkte, die die zukünftige AU-Statistik derzeit beeinflussen“, betont Hans-Joachim Seuferlein und nennt ein Beispiel: „Derzeit ist es möglich, eine Krankschreibung bei Erkältungssymptomen für bis zu 14 Tage vom Arzt zu erhalten, ohne in der Praxis vorstellig zu werden. Wie häufig diese Möglichkeit genutzt wird, ist bisher nicht absehbar.“

 

Weitere Informationen aus dem AOK Gesundheitsbericht 2019

 

Krankenstand 2019 in

 

Ostwürttemberg                                 5,4 %              +- 0,0% zum Vorjahr

Ostalbkreis                                         5,2 %              +- 0,0%

Landkreis Heidenheim                       5,9 %              +  0,2%

Raumschaft Aalen/Ellwangen           5,3 %              +- 0,0%

Raumschaft Schwäb. Gmünd           5,3 %              +- 0,0%

Baden-Württemberg                          5,1 %              -0,1%

 

Durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall

 

Ostwürttemberg                                 10,9 Tage

Ostalbkreis                                         10,4 Tage

Landkreis Heidenheim                       11,6 Tage

Raumschaft Aalen/Ellwangen           10,8 Tage

Raumschaft Schwäb. Gmünd             9,9 Tage

Baden-Württemberg                          10,7 Tage                  

 

Durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitstage 2019 je AOK-Mitglied

 

Ostwürttemberg                                 19,9 Tage

Ostalbkreis                                         18,9 Tage

Landkreis Heidenheim                       21,6 Tage

Raumschaft Aalen/Ellwangen           19,2 Tage

Raumschaft Schwäb. Gmünd           19,2 Tage

Baden-Württemberg                          18,8 Tage      

 

Höchster/ niedrigster Krankenstand nach Branche im Ostalbkreis

 

Ostwürttemberg

Verkehr/Transport 6,5%

Banken/Versicherungen 3,7%

 

Ostalbkreis

Verkehr/Transport 6,5%

Banken/Versicherungen 3,5%

 

Landkreis Heidenheim

Öffentl.Verw./Sozialver. 6,8%

Land- & Forstwirtsch. 2,5%

 

Raumschaft Aalen/Ellwangen

Land- & Forstwirtsch 6,3%

Banken/Versich. 3,2%

 

Raumschaft Schwäb. Gmünd

Verkehr/Transport 7,5 %

Land- & Forstwirtsch. 3,2%

 

Baden-Württemberg

Energie /Wasser/Entsorg. 6,0%

Land- & Forstwirtschaft 3,1%

 

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