Parkinson-Erkrankungen nehmen langfristig zu im Landkreis Tuttlingen

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der vor allem die Beweglichkeit und der Bewegungsablauf gestört sind. Der Krankheitsbeginn liegt typischerweise zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Schätzungen zu-folge leben im Jahr 2016 in Deutschland zwischen 250.000 und 280.000 Menschen mit Parkinson, davon 1.314 AOK-Versicherte in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, wie die Gesundheitskasse bekannt gibt.

Datum: 28.08.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Landkreis Tuttlingen

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Bei einer Parkinson-Erkrankung werden Nervenzellen des Gehirns geschädigt, die für die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin zuständig sind. Typische Symptome sind Zittern, versteifte Muskeln, instabile Körperhaltung und verlangsamte Bewegungen. Der Gang wird kleinschrittig, die Stimme leiser und monoton“. Im frühen Stadium sei eine Diagnose oft schwierig. Erste Hinweise können eine Verkleinerung der Handschrift, ein gestörtes Riechvermögen, starke Muskelverspannungen, Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Zähneputzen, Zuknöpfen oder Computerarbeiten sein.

 

 

 

Da in den westlichen Industrieländern die Lebenserwartung ständig steigt und die Parkinson-Krankheit gehäuft im höheren Alter auftritt, muss in den nächsten Jahren mit einer zunehmenden Anzahl von Betroffenen gerechnet werden. Studien gehen davon aus, dass sich die Zahl der Patienten bis zum Jahr 2030 verdoppelt. Im Kreis Tuttlingen erkrankten 2012 181 Männer und 203 Frauen an Parkinson. 2016 wurden bei 213 Frauen und 220 Männern die Diagnose Parkinson gestellt. Auch wenn Parkinson bislang nicht heilbar ist: Mit einer frühzeitigen Therapie lässt sich die Lebensqualität deutlich steigern. Diese setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen – einer davon ist der Einsatz von Medikamenten. „Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen“, verdeutlicht Dr. Knapstein und setzt fort: „Von größter Bedeutung ist es, die medikamentöse Therapie durch Sport zu ergänzen“. Ziel sei es unter anderem, Beweglichkeit, Stabilität und Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Besonders geeignet für Parkinson-Patienten sind Nordic Walking, Radfahren, Tanzen, Gymnastik, Thai-Chi und Qigong. Die AOK bietet zahlreiche Gesundheitskurse an.

 

Um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, seien eine frühzeitige Diagnose und das strukturierte Zusammenspiel zwischen Hausarzt und Facharzt sehr wichtig. Hier bietet das AOK-Hausarzt und -Facharzt-Programm Vorteile. „Der behandelnde Arzt hat mehr Zeit für die Behandlung und Beratung. Zudem erhalten Parkinson-Patienten mit häufigen Begleiterkrankungen wie Depressionen schneller Zugang zu psychiatrischer Behandlung“, erläutert Knapstein.

 

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