Pflegereform: Erste Verbesserungen schon ab 2016

Die AOK begrüßt die Umsetzung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes, das gestern im Bundesrat final verabschiedet wurde. „Damit ist die größte Reform seit dem Start der Pflegeversicherung vor 20 Jahren endlich auf den Weg gebracht“, sagt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. „Maßgebliche Verbesserungen sind längst überfällig: Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Einführung von fünf Pflegegraden ist ab 2017 die grundsätzliche Gleichstellung aller Pflegebedürftigen gewährleistet, unabhängig davon, ob die Beeinträchtigung körperlicher, seelischer oder geistiger Natur ist.“ Kein Leistungsberechtigter werde schlechter gestellt. Diese wichtige Änderung greife ab dem 1. Januar 2017. Aber auch zum 1. Januar 2016 treten schon einige Verbesserungen für die Pflegebedürftigen und pflegende Angehörige in Kraft.

Datum: 22.12.2015 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Region Bodensee-Oberschwaben

71 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen in der eigenen Häuslichkeit gepflegt. Genau diese bedarfs- und bedürfnisorientierte Pflegeleistung soll und wird bereits mit Beginn des Jahres 2016 stärker gefördert. Menschen, die zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden und dafür Pflegegeld erhalten, profitieren dann schon von einigen Mehrleistungen. So beispielsweise in der sogenannten Verhinderungspflege und in der Kurzzeitpflege: Ist der pflegende Angehörige zeitweise wegen Krankheit, Urlaub oder ähnlichem verhindert und kann die Pflege nicht übernehmen, spricht man von Verhinderungspflege. Diese kann dann durch Freunde, Verwandte oder Pflegedienste erfolgen. Wahlweise kann diese vorübergehende Pflege auch als Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim stattfinden. Sowohl für die Verhinderungspflege als auch für die Kurzzeitpflege steht jeweils ein Budget von bis zu 1.612 Euro zur Verfügung, das individuell kombiniert werden kann. Neu ist: Ab 2016 wird das Pflegegeld auch bei Kombination der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege für die gesamte Zeit zur Hälfte weiterbezahlt. Für pflegende Angehörige wird zudem die Arbeitslosenversicherungspflicht eingeführt. Damit ist auch nach Beendigung einer Pflege die soziale Absicherung über die Arbeitslosenversicherung gewährleistet.

Hintergrundinformation:

Die Leistungsausgaben für die Pflegeversicherung stiegen bei der AOK-Baden-Württemberg von 2009 bis 2015 um 31 Prozent von 1,19 auf 1,56 Milliarden Euro. Zur Finanzierung der Leistungsverbesserungen werden mit der zweiten Stufe der Pflegereform die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Dadurch stehen der Pflegeversicherung bundesweit ab 2017 jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr für dauerhafte Leistungsverbesserungen in der Pflege zur Verfügung.

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