Pflegestärkungsgesetz gilt seit 1. Januar 2015 - mehr Geld für die häusliche Pflege

Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt und eher in den Hintergrund geraten, ist das am 1. Januar eingetretene Pflegestärkungsgesetz.

Datum: 20.04.2015 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Region Bodensee-Oberschwaben

„Ziel ist der Ausbau von Leistungen und eine bessere Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen“, betont Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. Wichtigste Neuerung: Alle Leistungsbeträge steigen um vier Prozent. In einem zweiten Schritt will die Bundesregierung 2017 einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einführen. Dann sollen auch die drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt werden. Gradmesser soll dann nicht mehr der Zeitaufwand für die Pflege sein, sondern wie selbständig der Pflegebedürftige ist.

„Dieser Ansatz wurde bei der sogenannten Pflegestufe 0 bereits berücksichtigt“, ergänzt Roland Beierl. „Menschen mit geistigen Einschränkungen, wie beispielsweise Demenzkranke, erhalten jetzt erstmals Leistungen für eine Verhinderungs-, Kurzzeit- sowie Tages- und Nachtpflege.“ Wenn bei der Pflege durch Familienangehörige eine Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden muss, stehen statt bisher 1.550 Euro 1.612 Euro zur Verfügung. Verhinderungspflege kann bis zu sechs Wochen sowie Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen pro Jahr genommen werden.

„Die Kosten für eine Tages- und Nachtpflege werden jetzt nicht mehr auf das Pflegegeld oder die ambulanten Sachleistungen angerechnet“, führt Beierl weiter aus. Mehr Geld gibt es auch für zusätzliche Entlastungsleistungen wie etwa die Unterstützung im Haushalt oder für die Organisation persönlich benötigter Hilfestellungen. Der monatliche Grundbetrag wurde hier auf 104 Euro, der erhöhte Betrag auf 208 Euro festgelegt. Darüber hinaus sieht das Gesetz eine Erhöhung des Betrags für Pflegehilfsmittel von 31 Euro auf 40 Euro pro Monat vor.

„Oftmals sind bauliche Veränderungen erforderlich, damit Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden verbleiben können“, weiß der AOK-Geschäftsführer. „Dafür gibt es jetzt 4.000 Euro Zuschuss statt der bisherigen 2.557 Euro.“ Mehr Förderung gibt es auch für ambulante Wohngruppen. Die Anschubfinanzierung ist nicht mehr zeitlich befristet und kann einfacher in Anspruch genommen werden. „Auch bei der Pflege im Heim gibt es Verbesserungen“, ergänzt Roland Beierl. „Hier stehen jetzt zusätzliche Pflegekräfte zur Verfügung mit ergänzenden Betreuungsangeboten.“

Zur Finanzierung dieser Verbesserungen ist der Beitrag zur Pflegeversicherung in diesem Jahr um 0,3 Prozent angehoben worden. Wenn 2017 die zweite Stufe in Kraft tritt, kommt es zu einer weiteren Erhöhung von 0,2 Prozent.

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