Pforzheim - Nur leichter Anstieg der Fehlzeiten trotz Pandemie - Atemwegserkrankungen sind Spitzenreiter

Der Krankenstand in Baden-Württemberg lag im Jahr 2020 bei 5,1 Prozent (2019: 5,1 Prozent) und ist damit gegenüber dem Vorjahr trotz Pandemie gleichgeblieben. Dies ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Nordschwarzwald über die krankheitsbedingten Fehlzeiten ihrer versicherten Arbeitnehmer- innen und Arbeitnehmer. In Pforzheim und Enzkreis ist ein leichter Anstieg der Fehlzeiten von 5,6 Prozent in 2019 auf 5,7 in 2020 zu verzeichnen. Insgesamt meldeten sich 57,4 Prozent aller Beschäftigten im abgelaufenen Jahr mindestens einmal krank, 2019 waren es noch 58,8 Prozent.

Datum: 23.03.2021 / Kategorie: Krankenstand

Pforzheim

 

 

Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind sowohl für Betriebe und Verwaltungen sowie für die Volkswirtschaft insgesamt mit erheblichen Kosten verbunden. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2019 ca. 149 Mrd Euro. Neben diesen finanziellen Aufwendungen haben Fehlzeiten für Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besondere organisatorische, soziale und persönliche Belastungen zur Folge.

 

Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag in der Region 2020 bei 12,6 Kalendertagen (2019 bei 10,6 %). Dies ist eine Veränderung zum Vorjahr von Plus 18,9 Prozent. Die Erkältungskrankheiten liegen 2020 als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit mit 22,3 Prozent an erster Stelle gefolgt von „Muskel- und Skeletterkrankungen“ mit 15,3 Prozent, Verdauungs- krankheiten mit 7,5 Prozent und Verletzungen mit 5,9 Prozent.  „Dies verwundert uns nicht besonders, da beim ersten Lockdown die Menschen sehr verunsichert waren und bei Anzeichen von Schnupfen und Hustenreiz lieber zu Hause blieben, um kein Überträger des Covid-19-Virus zu sein. Im Monat März war der Krankenstand mit 8,3 Prozent überdurchschnittlich hoch. Danach fiel der Krankenstand wieder auf normale Werte, um im Oktober bis Dezember wieder leicht über diesen zu liegen“ sagt der Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald, Hartmut Keller.

 

Bezogen auf die Krankheitsdauer verursachten Muskel/ Skeletterkrankungen mit 21,5 Prozent den Spitzenplatz, vor Atemwegserkrankungen mit 12,8 Prozent und psychische Erkrankungen mit 11,1 Prozent.  Der Anteil von Krankmeldungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen betrug vier Prozent. Diese Langzeit- erkrankungen verursachten 41 Prozent aller Krankheitstage im Nordschwarzwald. Als Branche mit dem zweithöchsten Krankenstand wurde Gesundheit und Soziales mit 6, 4 Prozent identifiziert. Darunter fallen alle Heilberufe wie Krankenschwestern, Krankenpfleger und Praxispersonal. Sie sind während der Pandemie an vorderster Front und somit auch am gefährdetsten.

 

Harald Brandl

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