Plötzlich Homeoffice

In Zeiten der Corona-Pandemie sind Beschäftigte zunehmend angehalten, im Homeoffice zu arbeiten. Eine völlig neue Situation, für die gilt: auch zu Hause auf sich achten!

Datum: 23.03.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Neckar-Alb

Zahlreiche Beschäftigte arbeiten derzeit als Vorsichtsmaßnahme von zuhause aus – viele davon das erste Mal. „Das ist zunächst natürlich eine große Umstellung“, sagt Alisa Hartmann, Sportwissenschaftlerin im Gesundheitsteam der AOK Neckar-Alb. „Plötzlich sitzt man allein vor dem Laptop – womöglich eher auf der Esszimmerbank als auf einem Bürostuhl, statt Kollegen hat man jetzt gegebenenfalls die Kinder um sich herum.“ Um wirklich konzentriert arbeiten zu können, sollte man soweit möglich einen abgesonderten Arbeitsplatz in der Wohnung einrichten, damit die Bereiche für Freizeit und Arbeit räumlich etwas abgegrenzt sind. Dann sollte man sich selbst Regeln geben. Also: Arbeitszeiten festlegen, Aufgabenpakete und Zeitpläne erstellen und vor allem an die Pausen denken. „Klar ist auch, dass gerade in der jetzigen Ausnahmesituation das eine oder andere vielleicht nicht auf Anhieb so gut klappt, wie man es sich vorstellt. Das nimmt man am besten mit einer gewissen Gelassenheit hin, statt sich über etwas aufzuregen, was man ohnehin nicht ändern kann“, so die AOK-Gesundheitsexpertin.

 

 

 

Alisa Hartmann empfiehlt, auf ein paar kleine Dinge zu achten. Beim digitalen Arbeiten von zuhause aus schleiche sich manchmal ein unbewusster Abkapselungseffekt ein. Man schreibe sich beispielsweise vermehrt E-Mails statt zu telefonieren. „Wenn man die Möglichkeit dazu hat, sollte man lieber mal mit den Kollegen sprechen, auch wenn es nur am Telefon ist. Das allein baut in schwierigen Situationen schon Stress ab.“

 

 

 

Ihr zweiter Tipp: Bewusst Pausen machen, und zwar am besten in jeder Stunde. Besonders wichtig seien diese Pausen, um einen Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit zu schaffen und dadurch die gesundheitsschädigenden Wirkungen des Dauersitzens zu mildern. „Da man ja eh‘ schon daheim ist, achtet man darauf nicht so. Aber gerade im Homeoffice erhöhen sich die Sitzzeiten und auch die Wege sind kürzer:  vom Schreibtisch zum Esszimmertisch aufs Sofa.“ Deshalb schlägt die gelernte Sportwissenschaftlerin vor: Jede Stunde kurz aufstehen, dem Körper etwas Gutes tun, sich strecken, sich etwas zu trinken holen oder kleine Übungen machen. „Und warum nicht einfach mal eine kleine Runde draußen drehen? Das macht den Kopf frei und man kann seinen inneren Akku wieder aufladen“.

 

 

 

Zwei Übungen mit Alisa Hartmann

 

Übung 1 "Rückneigen":

 

Hüftbreiter, aufrechter Stand, Arme nach oben strecken; Oberkörper nach hinten neigen und Becken nach vorne drücken, bis eine Dehnung zu spüren ist – Gesäßmuskulatur dabei anspannen. Übungsdauer: 3 x 20 Sekunden.

 

Übung 2 "Gesäßmuskulatur dehnen":

 

Leicht in die Knie gehen, den Oberkörper etwas nach vorne neigen. Rechtes Bein vom Boden abheben und den rechten Fuß auf das linke Knie ablegen. Rechtes Knie mit der Hand nach unten drücken, bis eine Dehnung spürbar ist. Zur Stabilität kann man sich mit einem Arm an der Wand abstützen. Übungsdauer: 2 x 20 Sekunden je Seite.

 

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