Prävention bei Osteoporose beginnt im Kindes- und Jugendalter – weniger Fälle in Ostwürttemberg

Etwa 6,5 Millionen Menschen – hauptsächlich Frauen – leiden in Deutschland an dieser Form des Knochenschwundes. Osteoporose zählt damit zu den Volkskrankheiten. Frühzeitige Vorsorge ist dabei von Bedeutung.

Datum: 28.11.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwäbisch Gmünd, Aalen, Heidenheim

Knochenschwund gehört neben Bluthochdruck, Rückenleiden zu den zehn größten Volkskrankheiten in Deutschland. Osteoporose ist eine Erkrankung, die das Skelett angreift. Die Knochenmasse wird abgebaut. Die Gefahr für Brüche steigt. Bis zum 35. Lebensjahr wird mehr Knochengewebe aufgebaut als verloren geht. Danach verringert sich die Knochenmasse nach und nach. Das eigene Skelett will nicht mehr so. Erste Stolperer werden noch ignoriert. Folgt ein Sturz, sind gerade bei älteren Frauen oft die Oberschenkel- und Hüftknochen sowie die Handgelenke – sogenannte Speichenbrüche – betroffen. Brüche heilen bei älteren Patienten langsamer.

 

Als Risikofaktoren gelten das zunehmende Alter, starkes Rauchen, körperliche Inaktivität und Bewegungsmangel und eine mangelhafte Ernährung. Früher sprach man von einer „Altweiberkrankheit“. Frauen sind wesentlich anfälliger als Männer für Osteoporose. Jede dritte Frau über 50 Jahre erkrankt an Knochenschwund, bei den Männern ist nur jeder dreißigste betroffen.

 

„Daher ist eine frühzeitige und lebenslange Prävention durch regelmäßige Bewegung ist für den Erhalt der Knochengesundheit unabdingbar, betont Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Wer körperlich aktiv ist, stärkt seine Muskulatur und erhöht die Knochenmasse.“

 

Die Prävention beginnt idealerweise im Kindesalter. Das Smartphone aus der Hand legen und den eigenen Knochenapparat bewegen, Spaß an der Bewegung entwickeln und den Knochenaufbau fördern. Soziale Kontakte im Sportverein pflegen und gemeinsam von stabilen Knochen profitieren. Eigentlich ganz einfach.

 

Was kann man noch vorsorgend tun? Dem Körper Vitamin D und Kalzium zufügen. Vitamin D ist lebensnotwendig, da es dem Kalzium dabei hilft, in die Knochen zu gelangen. Kalzium ist in Milchprodukten und Hülsenfrüchten, Rucola, Kohlarten und Nüssen enthalten. Auch Mineralwasser mit über 150mg Kalzium pro Liter ist ratsam. Vitamin D kann der Mensch mit Hilfe von Sonnenlicht selbst erzeugen.

 

Sportarten wie Nordic Walking, Laufen und Radfahren an der frischen Luft und bei Sonnenschein sind geeignet, die Knochen zu stärken.

 

Die AOK Ostwürttemberg unterstützt ihre Mitglieder mit Rehabilitationssport und Funktionstraining. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit anderen Menschen fällt das Training leichter. Man wird motivierter und kann von den Erfahrungen anderer profitieren.

 

Die Angebote zeigen Erfolge. Zumindest ist der Anteil der Betroffenen unter den bei der AOK Versicherten in den letzten fünf Jahren im Schnitt  um 1,6% jährlich gesunken. Im Raum Heidenheim sind 2125 Versicherte der AOK betroffen, im Ostalbkreis sind es 3575 Menschen. Ab dem 50. Lebensjahr haben immer mehr Menschen mit dem Knochenschwund zu tun, davor ist es statistisch so gut wie nicht relevant. Der höchste Anteil Betroffener findet sich in der Altersgruppe ab dem 75. Lebensjahr. Hier leiden vor allem Frauen, fast jede 3. ist betroffen.

 

Auf der Internet-Seite kigs-ostwuerttemberg.de finden Betroffene Selbsthilfegruppen in der Region. Diese geben gerne Tipps und bieten Trost.  

 

 

 

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