Präventionsangebote vermehrt angefragt - AOK legt Halbjahresstatistik vor: Krankenstand stabil

„Der Krankenstand der AOK-Versicherten liegt im ersten Halbjahr 2017 mit 5,5 Prozent exakt auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2016“, fasst Carlo Petruzzi den aktuellen Gesundheitsbericht zusammen. Der Koordinator für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Mittlerer Oberrhein vermutet, dass sich der Krankenstand auch bedingt durch die gute Konjunkturlage nun auf einem leicht erhöhten Niveau eingependelt hat, nachdem er 2007 den historischen Tiefststand erreicht hatte und danach kontinuierlich gestiegen war.

Datum: 12.09.2017 / Kategorie: Krankenstand

Karlsruhe

Mit der Größe „Krankenstand“ wird die verlorene Arbeitszeit im Vergleich zur Gesamtarbeitszeit definiert. „Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die Kosten durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2015 etwa 113 Milliarden Euro“, veranschaulicht Petruzzi die Kosten von krankheitsbedingten Fehlzeiten, die für die Unternehmen und deren Mitarbeiter zudem besondere organisatorische, soziale und persönliche Belastungen zur Folge haben können. „Der hiesige Krankenstand von 5,5 Prozent ist identisch mit dem Bundesdurchschnitt und entspricht 9,9 Fehltagen pro Versichertem“, stellt Petruzzi fest. „Lediglich der isolierte Wert der Stadt Karlsruhe fällt mit einem Schnitt von nur 5,1 Prozent positiv aus dem Rahmen.“

 

 

 

Laut AOK-Statistik meldete sich im ersten Halbjahr 2017 mit 45,7 Prozent der Versicherten knapp die Hälfte ein- oder mehrmals krank. Die durchschnittliche Krankheitsdauer betrug dabei 11 Kalendertage. Die Branche „Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung“ verzeichnete mit  6,7 Prozent den höchsten Krankenstand, der Wirtschaftszweig „Land- und Forstwirtschaft“ mit 3,6 Prozent  den niedrigsten. Der größte Rückgang des Krankenstandes war bei „Banken/Versicherungen“ zu beobachten: von 4,7 Prozent im Vorjahr auf 4,1 Prozent aktuell.

 

 

 

Die Zahlen basieren auf Daten von 165.272 AOK-versicherten Arbeitnehmern aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe, der Stadt Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt. Aufgrund des hohen Marktanteils von 32 Prozent kann die von der AOK Mittlerer Oberrhein vorgelegte Statistik als repräsentativ gelten.

 

 

 

Die häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit lagen, vergleichbar dem Vorjahr, bei Atemwegserkrankungen mit einem Anteil von 26 Prozent, gefolgt von Muskel- und Skeletterkrankungen (15,8 Prozent), Verdauungserkrankungen (8 Prozent) und Verletzungen (6,6 Prozent). Bezogen auf die absolute Zahl der Fehltage ergibt sich ein verändertes Bild: Hier stehen psychische Erkrankungen mit 10,4 Prozent in der Statistik an dritter Stelle hinter Atemwegserkrankungen mit 14,9 Prozent und dem Spitzenreiter  Muskel- und Skeletterkrankungen mit 22,9 Prozent aller Fehltage.

 

In den Jahren 2010 bis 2015 war der Krankenstand im durchschnitt jährlich um 0,1 Prozent gestiegen. „Seit vergangenem Jahr beobachten wir eine Stabilisierung.“ Parallel verzeichnet Petruzzi ein steigendes Interesse im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement: „Immer mehr Unternehmen, mittlerweile auch viele kleine Betriebe, fordern unsere Unterstützung bei der Analyse ihrer Fehlzeiten-Statistik an und erarbeiten mit uns maßgeschneiderte Präventionskonzepte.“ 2016 habe die AOK Mittlerer Oberrhein mit rund 300 Maßnahmen wie Beratungen, Gesundheitstagen, Ernährungs-, Bewegungs- oder Nichtraucherkursen etwa 45.000 Arbeitnehmer in 150 Betrieben in der Region erreicht. „Sowohl von Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite spüren wir insbesondere seit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes am 1. Januar 2016 eine deutliche Sensibilisierung in Sachen Gesundheitsbewusstsein“, so Petruzzi.

 

 

 

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