Risiko Herzkrankheiten

Die Diagnose Herzinfarkt haben im vergangenen Jahr 560 AOK-Versicherte erhalten. Das ist der niedrigste Wert seit vier Jahren im Kreis Esslingen. Laut AOK-Auswertung entspricht das einem Rückgang von minus 5,8 Prozent. Männer trifft es eher als Frauen: 2018 waren es von den 560 Betroffenen 345 männliche Versicherte und 215 weibliche Versicherte. Weitaus mehr mussten wegen einer koronaren Herzkrankheit, bei der die großen Adern verengt sind, die das Herz mit Sauerstoff versorgen, behandelt werden. Hier waren es 14.516 Versicherte, davon 5.839 Frauen sowie 8.677 Männer. Damit ist der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg Spitzenreiter, gefolgt von Ludwigsburg (11.665 Versicherte) und Stuttgart (12.650 Versicherte)

Datum: 22.11.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Esslingen

„Der Herzinfarkt beginnt plötzlich mit stechenden, brennenden oder drückenden Schmerzen in der Brust. Sie können sich aber auch erst langsam bemerkbar machen“, sagt Prof. Dr. Christian Herdeg, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Herz- und Kreislauferkrankungen an der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT. Diese Schmerzen dauern mehr als fünf Minuten an und bessern sich nicht im Ruhezustand. Sie können von der Brust in den linken oder rechten Arm, in den Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen. „Wer einen Herzinfarkt hat, spürt häufig Todesangst, ist blass und fahl im Gesicht und hat Schweißausbrüche. Viele Herzinfarktpatienten haben Luftnot, ihnen ist übel oder sie müssen sich erbrechen. Vor allem Frauen haben oft nicht typische Brustschmerzen, sondern nur Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, so dass sie manchmal gar nicht auf die Idee kommen, dass ein Herzinfarkt dahinterstecken könnte.“

 

Die deutlich verengten Gefäße bei der koronaren Herzkrankheit können bei körperlicher Anstrengung zu Kurzatmigkeit und Brustschmerzen führen. „Wenn sich ein Koronargefäß plötzlich ganz verschließt, dann ist ein Herzinfarkt die Folge“, sagt Prof. Dr. Christian Herdeg.

 

In diesem Fall zählt jede Minute, um lebensrettende Maßnahmen einzuleiten und mögliche Folgeschäden zu begrenzen. Deshalb ist es wichtig, bereits bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt, den Notruf 112 zu wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt zu rufen.

 

 

 

Zusatzinfo:

 

Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat ab dem Alter von 35 alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. Diese Untersuchung soll frühzeitig Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen erkennen. Im Rahmen des Check-up werden unter anderem der Blutdruck gemessen sowie Blut und Urin untersucht.

 

Alle gesetzlich Versicherten mit einer koronaren Herzkrankheit haben die Möglichkeit, an einem strukturierten Behandlungsprogramm teilzunehmen. Sie werden auch als Disease-Management-Programme (DMP) bezeichnet. Diese Programme sollen die Lebensqualität der Teilnehmenden verbessern und eine hohe Behandlungsqualität fördern.

 

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