„Rücken“ verursacht die meisten Fehltage: AOK-Gesundheitsbericht 2019 für den Landkreis Rastatt

Auf das ganze Jahr 2019 hochgerechnet waren AOK-versicherte Beschäftigte aus dem Landkreis Rastatt im Mittel 20,2 Tage krank. Die durchschnittliche Dauer pro Krankschreibung betrug dabei 11,9 Tage. Diesen landesweiten Höchstwert, der nur von Lörrach mit 12,2 Tagen getoppt wird, teilt sich der Landkreis Rastatt mit dem Landkreis Karlsruhe. Laut gerade erschienenem AOK-Report liegt die Krankheitsdauer in Baden-Württemberg ansonsten pro Fall im Schnitt bei 10,6 Kalendertagen.

Datum: 24.03.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Rastatt

Im Vergleich zum Jahr 2018 ist der Krankenstand im Landkreis leicht gesunken: Mit 5,5 Prozent liegt diese Kennzahl leicht unter dem Vorjahresniveau von 5,6 Prozent. Der baden-württembergische Landesschnitt ist mit 5,2 Prozent stabil geblieben. „Mit dem Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Fehltage im Kalenderjahr angegeben“, erläutert Christian Bikowski. „Dass der Krankenstand hier im Landkreis Rastatt eher hoch liegt, dürfte der Demographie geschuldet sein“, vermutet der Koordinator für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Mittlerer Oberrhein. „Denn der Krankenstand steigt ganz klar mit dem Alter an. Und im ländlichen Bereich arbeiten und wohnen mehr ältere Menschen.“

 

Die vier Krankheitsarten mit den höchsten Anteilen an allen Krankheitsfällen im Landkreis waren Atemwegserkrankungen (23,2 Prozent), Muskel- und Skeletterkrankungen (17,2 Prozent), Erkrankungen der Verdauungsorgane (7,1 Prozent) und Verletzungen (6,5 Prozent). Setzt man die Krankheitsarten jedoch in Relation mit den jeweiligen Gesamt-Fehlzeiten, ergibt sich eine neue Rangfolge: „Muskel- und Skeletterkrankungen führen zu 24,2 Prozent aller Fehltage“, schlüsselt Bikowski auf. „Atemwegserkrankungen und psychischen Erkrankungen teilen sich hier den zweiten Platz mit jeweils 11,2 Prozent dicht gefolgt von Verletzungen (10,6 Prozent).“ Betroffen sind vor allem Beschäftigte mit körperlich stark belastenden Tätigkeiten und ältere Menschen. „Präventionsangebote können die körperliche Belastbarkeit und Beweglichkeit der Beschäftigten verbessern und somit die Fehlzeiten sowie die Zahl der Neuerkrankungen verringern“, lautet die Erfahrung von Bikowski, der darauf hinweist, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Unternehmen dabei unterstützen, entsprechende Angebote zu etablieren.

 

„Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen haben 2019 erneut zugelegt“, beobachtet Bikowski. „Im Jahr 2006 konnten wir in der Region Mittlerer Oberrhein 8,8 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage auf psychische Leiden zurückführen. Danach stiegen die Zahlen erst mal an. In den vergangenen vier Jahren stagnierte der Aufwärtstrend, der jetzt wieder zulegt – im Landkreis Rastatt liegen wir nun bei 11,2 Prozent.“

 

Die meisten Arbeitsunfähigkeitsfälle sind von kurzer Dauer. „67,4 Prozent aller Krankschreibungen umfassen maximal sieben Tage“, entnimmt Bikowski der Statistik für den Landkreis Rastatt. „Nur bei 4,4 Prozent aller Krankmeldungen handelt es sich um Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen. Diese allerdings verursachen 43,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten.“

 

Der aktuelle Gesundheitsbericht 2019 basiert auf Krankheitsdaten von 196.067 beitragspflichtigen Mitgliedern der AOK Mittlerer Oberrhein, davon leben 46.375 im Landkreis Rastatt. Der größte Teil der AOK-Mitglieder im ausgewählten Bereich war in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen und Handel beschäftigt.

 

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