Schilddrüsenerkrankungen nehmen gravierend zu - Viele Menschen im Hohenlohekreis betroffen

Schon kleine Fehlfunktionen der Schilddrüse können die Gesundheit und das Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen. Etwa jeder dritte Erwachsene erkrankt an dem Organ, oft ohne es zu wissen. In Baden-Württemberg stieg die Zahl von AOK-versicherten Schilddrüsen-Patienten von 501.451 im Jahr 2007 auf 613.273 in 2013. Dies entspricht einer jährlichen Veränderung von 3,3 Prozent. Im Hohenlohekreis kletterten die Behandlungszahlen von 7.170 (2007) auf 9.010 (2013).

Datum: 30.09.2015 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Hohenlohekreis

Eine gesunde Schilddrüse schüttet zwei lebenswichtige Hormone aus, die wesentliche Funktionen des Körpers regulieren: Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Magen und Darm. Grundsätzlich kann die Funktion der Schilddrüse auf zwei Arten gestört sein: Bei einer Überfunktion produziert sie zu viele Hormone, bei einer Unterfunktion zu wenige. Unterfunktionen stellen den häufigsten Krankheitstyp dar. Betroffen sind zu 80 Prozent Frauen. Als Symptome gelten häufige Müdigkeit und Antriebsschwäche, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche sowie nachlassende Leistungsfähigkeit. AOK-Ärztin Dr. Waltraud Zopf: „Die Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind oft so unspezifisch, dass sie häufig gar nicht als Krankheitszeichen wahrgenommen und die Leidtragenden deshalb oft nicht behandelt werden.“

Die Anzahl der Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion hat sich seit dem Jahr 2007mit 149.677 Betroffenen bis 2013 mit 281.629 Erkrankten in Baden-Württemberg fast verdoppelt. Im Landkreis Hohenlohekreis war die Steigerungsrate ähnlich hoch: von 1.940 in 2007 auf 3.791 in 2013. Zwischen 2007 und 2013 haben die Unterfunktionen pro Jahr um durchschnittlich mehr als 10 Prozent zugenommen.

Ausgelöst werden die Beschwerden häufig durch Jodmangel, chronische Entzündungen der Schilddrüse, Autoimmunerkrankungen die das Organ schädigen oder Gen-Defekte. Wenn entsprechende Symptome auftreten, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Zur Vorbeugung empfiehlt Dr. Waltraud Zopf eine abwechslungsreihe, vollwertige Ernährung, täglich Milchprodukte sowie Brot und Backwaren, die mit Jodsalz hergestellt wurden. Grundsätzlich sollte nur jodiertes Speisesalz verwendet werden. „Seefisch ist ein exzellenter Jodlieferant und sollte deshalb zwei Mal pro Woche auf dem Speisplan stehen“, so die AOK-Ärztin. Umfassende Informationen bieten die AOK-Ernährungsberaterinnen in den KundenCentern der Gesundheitskasse vor Ort.

Dr. René Schilling

Pressesprecher

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