Schlafstörungen - Wenn die Nacht zum Tag wird

Viele von uns kennen das: Man bekommt kein Auge zu, obwohl man müde ist. Die Gedanken fangen an zu kreisen und tagsüber ist man gerädert und bekommt nichts zustande. Dies belastet langfristig das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit – und das nicht erst seit der Corona-Pandemie.

Datum: 25.02.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Kreis

Allein im Schwarzwald-Baar-Kreis verzeichnet die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg für 2019 4.593 Versicherte mit behandlungsbedürftigen Schlafstörungen. "2015 waren es noch 4.076, die ihren Arzt aufsuchten und um Hilfe baten“, berichtet Klaus Jeitner, KundenCenterleiter der AOK in Villingen.

Am häufigsten sind Personen der Altersgruppe 50 bis 64 Jahren betroffen, interessanterweise Männer deutlich stärker als Frauen im gleichen Alterssegment. Dieser Trend kehrt sich mit zunehmendem Alter um. In der Altersgruppe ab 75 Jahren sind es die Frauen, die besonders von Schlafproblemen betroffen sind.

Abschalten nicht mehr möglich

Häufig stecken Termin- und Leistungsdruck hinter dem Anstieg von Schlafstörungen. Aber auch Schichtarbeit oder psychische Belastungen im Arbeitsumfeld belasten und verhindern einen erholsamen Schlaf.

Sabine Fröchte-Mink, Gesundheitsexpertin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, führt auch den Medienkonsum und die stetige Erreichbarkeit als einen weiteren Grund für mangelnde nächtliche Erholung an. "Zu viel abendliche TV- und Computer-Nutzung und die Gewohnheit, auf mehreren Kanälen erreichbar zu sein, verhindert das Abschalten und die notwendige Entspannung.“

Die Symptome von Schlafstörungen können unterschiedlicher Natur sein, erklärt die AOK-Expertin. "Neben Müdigkeit leiden die Menschen zum Beispiel an Kopfschmerzen, Gedächtnisproblemen, Essstörungen, Zähneknirschen, Bewegungsstörungen der Gliedmaßen, Atmungsstörungen oder Schlafwandeln.“

Mit dem zunehmenden Schlafdefizit verschlechtert sich der allgemeine Gesundheitszustand. Die Tagesbefindlichkeit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen wird dadurch stark eingeschränkt, deren soziale Kompetenz beeinträchtigt und im schlimmsten Fall kann die Tagesmüdigkeit sogar zu Unfällen führen.

Ärztliche Beratung

"Wer lange Zeit unter Schlafstörungen leidet, sollte sich ärztlich beraten lassen“, so die AOK-Gesundheitsexpertin. So können die Gründe für die Schlafstörungen herausgefunden, medizinische Ursachen ausgeschlossen und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Bei erheblichen Schlafstörungen kann eine Untersuchung in einem Schlaflabor angebracht sein.

Vom Griff zu Schlafmitteln rät die AOK-Expertin Fröchte-Mink ab. Wenn überhaupt, kommen diese nur bei schweren Schlafstörungen und nur vorübergehend infrage. Vorsicht ist bei verschreibungspflichtigen Schlafmitteln geboten. Diese haben zahlreiche Nebenwirkungen, machen darüber hinaus schnell abhängig und dürfen daher nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden. "Viele Menschen sind am Tag nach der Einnahme noch schläfrig und unkonzentriert und in ihrer Reaktionsfähigkeit herabgesetzt. Bei älteren Menschen können Schlafmittel das Sturzrisiko erhöhen“, so Fröchte-Mink.

Es gibt viele Mittel und Maßnahmen, die die Betroffenen auch individuell ausprobieren können, um wieder besser zu schlafen. Dazu gehören Entspannungstechniken oder eine Veränderung der Schlafgewohnheiten.

 

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