Schwangerschaftsdiabetes auf hohem Stand – Tendenz weiter steigend

Bei knapp 750 300 AOK-versicherten schwangeren Frauen in der Region Südlicher Oberrhein wurden im Jahr 2017 eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Dies sei laut einer Presseinformation der AOK Südlicher Oberrhein im Fünf-Jahres-Vergleich der höchste Wert.

Datum: 15.08.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Südlicher Oberrhein

„In Freiburg, dem Ortenaukreis und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen waren es 2013 noch 377 AOK-Versicherte mit einer Gestationsdiabetes, so der medizinische Fachausdruck, so waren es 2015 bereits über 500 Frauen, die ambulant oder stationär versorgt wurden“ erklärt AOK-Geschäftsführer Wolfgang Schweizer die Statistik. In Baden-Württemberg entspricht die Quote 13,3, Prozent aller Frauen, die 2017 ein Kind zur Welt brachten, am Südlichen Oberrhein 16 Prozent, wobei mit 12,4 Prozent der Anteil im Ortenaukreis deutlich geringer war als im Landkreis Emmendingen mit 23,7 Prozent. In der Altersgruppe der 45 bis 49-Jährigen ist der Anteil der Betroffenen an allen Schwangeren mit 33 Prozent am höchsten.

 

 

 

Bei den meisten Frauen bleiben die Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft normal. Die Schwangerschaftsdiabetes wird in Deutschland bei etwas zehn von 100 Frauen festgestellt. Die Tendenz ist auch hier steigend. „Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel nimmt das Risiko für bestimmte seltene Geburtskomplikationen etwas zu“, erklärt die AOK-Ärztin Sabine Knapstein. „Meist lässt sich das Risiko durch eine Ernährungsumstellung wieder senken“. Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bringen ein gesundes Kind zur Welt. Allerdings: Bei erhöhtem Blutzucker steigt das Risiko für eine andere seltene Schwangerschaftserkrankung, die sogenannte Präeklampsie. „Dies geht mit einer erhöhten Eiweißausschüttung im Urin einher, der Blutdruck steigt und es kommt zu Wassereinlagerungen im Körper. Ohne Behandlung kann eine Präeklampsie Mutter und Kind schaden“. Mit einem Zuckertest kann eine Schwangerschaftsdiabetes nachgewiesen werden. Das Testergebnis wird im Mutterpass dokumentiert. „Die Kosten für den Test werden von den Kassen übernommen“. Meist lässt sich der erhöhte Blutzucker alleine schon durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten ändern. Die AOK empfiehlt hierzu eine spezielle Ernährungsberatung. ‚Da eine Schwangerschaftsdiabetes normalerweise keine Beschwerden verursacht, kommt die Diagnose oft aus heiterem Himmel. Knapstein warnt davor, sich zu sehr zu sorgen und empfiehlt, sich bewusst zu machen, dass trotz Schwangerschaftsdiabetes die allermeisten Kinder gesund zu Welt kommen.

 

 

 

Manche Schwangere haben so anhaltend hohe Zuckerwerte, dass sie Insulin spritzen müssen. „Betroffene sollten mit Zucker gesüßte Getränke und Softdrinks, Süßigkeiten und Süßspeisen meiden. Auch Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren wie zum Beispiel Wurst, fetter Käse und andere Milchprodukte mit hohem Fettgehalt sowie stark gesalzene Lebensmittel wie Fertiggerichte Salzgebäck oder Chips sollten aus dem Speiseplan gestrichen werden.

 

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