Schwarzwald-Baar-Kreis: Europäischer Adipositas-Tag – Zusammenhang zwischen Diabetes und Adipositas

Nach Daten des Robert Koch-Instituts haben etwa 24 Prozent aller Deutschen einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 und sind damit stark übergewichtig. Das teilt die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg anlässlich des Europäischen Adipositas-Tags am 19. Mai mit und weist auf den Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und der Volkskrankheit Diabetes Typ 2 hin.

Datum: 16.05.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Schwarzwald-Baar-Kreis

Nach einer aktuellen AOK-Auswertung waren 2016 im Schwarzwald-Baar-Kreis 2.919 Versicherte mit der Doppeldiagnose Adipositas und Diabetes Typ 2 in ärztlicher Behandlung. Da in der Region etwa jeder Zweite AOK-versichert ist, dürfte die Gesamtzahl aller Betroffenen rund doppelt so hoch sein.

 

Was hinter diesem Zusammenhang steckt, weiß Heidrun Zeller-Thorn, Ernährungsexpertin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg: „Übergewicht und Bewegungsmangel sind die entscheidenden Risikofaktoren für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Weitere Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen können, sind eine Ernährung, die viel Fett und Zucker, aber wenig Ballaststoffe enthält, Rauchen oder ein genetisch erhöhtes Risiko.“ Etwa 80 von 100 Typ-2-Diabetikern seien übergewichtig. Der hohe Insulinspiegel bei Übergewicht setzt die Sensibilität und Dichte der Insulinrezeptoren herab und damit die Wirksamkeit des Insulins. Dadurch muss der Körper die Insulinproduktion weiter steigern. Bauen Betroffene Übergewicht ab, sinkt der Insulinspiegel wieder. Das trägt dazu bei, dass die Insulinrezeptoren wieder empfindlicher auf das Insulin reagieren und die Dichte der Insulinrezeptoren wieder zunimmt. So kann sich der Zuckerstoffwechsel wieder normalisieren. „Manche Betroffenen schaffen es, ihre Erkrankung allein mit solchen Verhaltensänderungen in den Griff zu bekommen“, so die AOK-Ernährungsexpertin. „Wer der Entstehung von Typ-2-Diabetes vorbeugen möchte, kann selbst aktiv werden. Die wichtigsten Maßnahmen betreffen den Lebensstil. Mittelmeerkost und regelmäßige Bewegung beugen Übergewicht vor oder helfen dabei, es wieder loszuwerden.“

 

Die Anzahl der Betroffenen mit der Doppeldiagnose Adipositas und Diabetes Typ 2 stieg in den letzten Jahren im Landkreis um durchschnittlich ein Prozent jährlich, bei Männern sogar um zwei Prozent. Der höchste Anteil wird laut AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg in der Altersgruppe zwischen 70 und 74 Jahren erreicht. Allerdings seien auch zunehmend jüngere Altersgruppen vom Diabetes-Risikofaktor Übergewicht betroffen. Auch etwa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind adipös. Starkes Übergewicht hat in den letzten Jahrzehnten in allen Altersgruppen zugenommen. „Ob Kinder und Jugendliche übergewichtig werden, hängt unter anderem davon ab, was und wie viel sie essen und trinken. Limonade, Colagetränke und Säfte enthalten viel Zucker und dadurch viele Kalorien. Süßigkeiten und Snacks zwischendurch treiben die Kalorienzufuhr ebenfalls nach oben“, so Heidrun Zeller-Thorn. Kinder lernen von ihren Vorbildern. Ihr Ess- und Trinkverhalten schauen sie sich vor allem von der Familie ab. Darum sollten Eltern als Vorbilder wirken, wobei sich der natürliche Bewegungsdrang von Kindern nutzen lässt.

 

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