Sindelfingen/Böblingen: Gefahr durch Zecken

Es ist die Zeit der Zeckenstiche. Dadurch können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen werden. Von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten. Die AOK Stuttgart-Böblingen empfiehlt Impfung und Kontrolle nach Aufenthalt im Freien.

Datum: 26.06.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Sindelfingen/Böblingen

Zecken lauern in Wald, Wiesen, Garten und Gebüsch. Die von ihnen übertragenen Krankheiten können gefährlich werden. Nach milden Wintern sind die Zecken-Populationen immer besonders groß. Die Gefahr, nach einem Zeckenstich zu erkranken, ist nicht zu unterschätzen: Etwa jede zehnte Zecke trägt das FSME-Virus in sich. „Die gute Nachricht ist: Gegen FSME kann man sich impfen lassen“, betont Christian Kratzke, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen. Er rät zur FSME-Impfung und vor allem zur Überprüfung des Schutzes, der regelmäßig aufgefrischt werden muss. „Die Impfung wird in Risikogebieten wie dem unserem dringend empfohlen und von uns übernommen.“ Die Impfquote Landkreis Böblingen liegt laut AOK-Statistik mit 21,9 Prozent etwas über dem Baden-Württemberg-Schnitt (21,6 Prozent).

 

Keinen Impfstoff hingegen gibt es bei der Borreliose. Auch wenn nicht jeder Zeckenstich eine Infektion bedeutet, ist Vorsicht geboten. Die AOK Stuttgart-Böblingen zählte 2015 582 Borreliose-Erkrankungen, davon 276 im Landkreis Böblingen. 2014 waren es hier 303 Behandlungsfälle. Allerdings: Die tatsächliche Zahl von Erkrankungen dürfte wesentlich höher liegen; Mediziner gehen gerade im Fall der Borreliose wegen der diffusen Symptome von einer hohen Dunkelziffer aus.

 

„Der beste Schutz ist immer, Zeckenstiche zu vermeiden“, weiß Kratzke. Die richtige Kleidung wie geschlossene Schuhe, Strümpfe und Kopfbedeckung sowie ein regelmäßiges Absuchen des Körpers seien essenziell, wenn man viel draußen ist. Helle Kleidung macht die winzigen Zecken sichtbarer. Übrigens: Beim Auftragen von Insektenschutzmitteln, die einige Stunden Schutz bieten können, sollten die Haaransätze nicht vergessen werden. Gerne saugen sich Zecken an warmen, dünnen Hautpartien wie Armbeuge, Kniekehlen, Hals- und Nackenbereich sowie Leiste fest. Je schneller eine Zecke mit einer speziellen Pinzette oder Karte entfernt wird, desto geringer das Risiko, dass Erreger in den Körper gelangen. „Bildet sich um den Einstich ein roter Rand, deutet dies auf eine Borreliose-Infektion hin. Betroffene sollten dann sofort zum Arzt gehen“, rät der AOK-Chef.

 

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