Sinnvoll verzichten in der Fastenzeit

Wenn die „Tollen Tage“ zu Ende gehen und in manchen Regionen die "Fasnet" symbolisch verbrannt wird, denken viele Menschen darüber nach, ob sie auch einmal fasten sollten, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Annette Weiss, Ernährungsberaterin im AOK-Kundencenter Künzelsau, erklärt die Hintergründe zum Thema „Nahrungsmittelverzicht“ und worauf man achten sollte.

Datum: 06.02.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Hohenlohe

Was ist beim Fasten zu beachten?

 

Wenn sich das Fasten nur auf bestimmte Handlungen oder Genussmittel beschränkt, kann es von jedem durchgeführt werden und verursacht keine gesundheitlichen Probleme. Anders ist es beim Heilfasten. Hier wird weitestgehend auf feste Nahrung verzichtet. Je nach Art wird nur Wasser, Brühe und/oder Saft aufgenommen. Heilfasten sollten daher nur gesunde Erwachsene und das auch nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Hausarzt.

 

 

 

Können Sie das Heilfasten etwas näher beschreiben?

 

Meist beginnt Heilfasten mit einem Tag kalorienreduzierter Kost und Verzicht auf Koffein, Alkohol oder andere Genussmittel. Außerdem wird der Darm durch Einläufe oder Abführmittel entleert. Das "Fastenbrechen" und der Kostaufbau nach Beendigung des Fastens erfolgen langsam, um den Körper wieder Schritt für Schritt an feste Nahrung zu gewöhnen. Wichtig ist, sich Ruhe zu gönnen. Idealerweise nimmt man sich während dieser Zeit Urlaub. Während des Fastens sollte man zudem viel trinken – mindestens zwei Liter pro Tag.

 

 

 

Was passiert im Körper während des Heilfastens?

 

Der Körper, dem vorübergehend keine Energie zugeführt wird, stellt den Stoffwechsel um. Er nimmt die notwendige Energie aus den vorhandenen Depots, Muskeln (Eiweißspeicher) und Fett. Um einen Muskelabbau zu verhindern, wird daher empfohlen, sich während des Fastens viel zu bewegen (z.B. ausgedehnte Spaziergänge).

 

 

 

Hilft Heilfasten dabei, langfristig abzunehmen?

 

Nein, das eher nicht. Fastende Menschen verlieren während des Fastens zwar an Gewicht, aber dadurch, dass der Stoffwechsel umgestellt ist, kommt es meist zum Jojo-Effekt. In der Regel wird das Ursprungsgewicht nach dem Fasten daher relativ bald wieder erreicht, sofern nicht eine Ernährungsumstellung erfolgt.

 

 

 

Wer sollte nicht Heilfasten?

 

Wer zu lange fastet, kann Mangelerscheinungen und Nährstoffdefizite bekommen. Für Kinder und Jugendliche sowie kranke und psychisch labile Menschen ist Heilfasten daher nicht geeignet. Schwangere und Stillende haben außerdem einen erhöhten Nährstoffbedarf und sollten besonders auf ihre Ernährung achten. Deshalb gilt auch hier: kein Fasten.

 

 

 

Was halten Sie vom periodischen Fasten, bei dem an einem Tag gegessen und am nächsten Tag gefastet wird?

 

Auch hier gilt Ähnliches wie für das Heilfasten. Wer gesund ist und das Intervall-Fasten – wie es auch genannt wird – nicht zu lange durchführt, hat kein gesundheitliches Risiko. Zwar wird diese Methode auch als effektive Diät und sogar als lebensverlängernd angepriesen, aussagekräftige Beweise für die Wirksamkeit gibt es bislang jedoch nicht. Allgemein gilt, dass eine abwechslungsreiche Ernährung zusammen mit körperlicher und geistiger Aktivität die besten Maßnahmen für einen ausgeglichenen Lebensstil sind.

 

Weitere Infos:

 

Hilfreich beim Abnehmen können die AOK-Gesundheitsangebote sein z.B. „Aktiv und genussvoll abnehmen“ oder „Laufend fitter werden“. Die Kurse gibt es online unter www.aok.de oder im Programmheft, erhältlich im Kundencenter. Um die eigene Balance wiederzufinden ist das AOK-Gesundheitsangebot „Lebe Balance“ ein idealer Begleiter. Termine in der Nähe und weitere Infos hier: www.Lebe-Balance.de.

 

 

 

(Bildunterzeile)

 

Nahrungsmittel im Überfluss. Das Ende der Fastnacht ist der Beginn der Fastenzeit. Die AOK Heilbronn-Franken bietet wichtige Informationen.  Foto: AOK

 

 

 

 

 

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