SLK-Kliniken erfüllen strenge Mindestmengen-Standards bei Operationen

Heilbronn. Bei komplizierten, planbaren Operationen mit hohem Risiko-Potential für die Patienten, müssen Krankenhäuser bestimmte Fallzahlen vorweisen, um den Eingriff durchführen zu dürfen. Ziel der sogenannten Mindestmengenregelung ist es, eine gute Behandlungsqualität zu gewährleisten und Komplikationen durch Gelegenheitschirurgie zu vermeiden. Ab 2020 werden die Kliniken auf die Einhaltung der Vorgaben überprüft, dies betrifft auch die Einrichtungen der Region.

Datum: 10.01.2020 / Kategorie: Krankenhäuser

Heilbronn

Derzeit hat der Gesetzgeber Mindestmengen für sieben komplexe Behandlungsfelder festgelegt: Die Implantation von künstlichen Kniegelenken (Krankenhäuser müssen mindestens 50 solcher Operationen pro Jahr durchführen), die Transplantation von Lebern (20), von Nieren (25) und von Stammzellen (25), komplexe OPs an der Speiseröhre (10) und der Bauchspeicheldrüse (10) sowie für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm (14 Leistungsfälle pro Jahr).

 

 

 

„Mit einer Online-Karte, die alle Kliniken aufführt, welche die Mindestmengen-Anforderungen einhalten, gibt die AOK den Patienten Orientierung“, so die Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken, Michaela Lierheimer. Das SLK-Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn erfüllt die Mindestmengen-Vorgaben bei komplexen Eingriffen an der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse sowie der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm. Das Krankenhaus Plattenwald in Bad Friedrichshall und die Vulpius-Klinik in Bad Rappenau entsprechen den Anforderungen für Kniegelenks-Implantationen.

 

 

 

„Krankenhäuser, die auf der Karte fehlen, dürfen die jeweilige Behandlung nicht durchführen und können sie infolgedessen auch nicht mit der AOK abrechnen“, betont Lierheimer. Die AOK erneuert aus Anlass der Veröffentlichung der Online- Karte ihre Forderung nach einer Ausweitung der derzeitigen Mindestmengen-Regelungen: „Studienergebnisse zeigen, dass die bestehenden Mindestmengen angehoben werden sollten, um die Patientensicherheit weiter zu erhöhen. Außerdem sollten neue Mindestmengen für weitere Behandlungen eingeführt werden“, so Michaela Lierheimer.

 

 

 

Dies gilt zum Beispiel für Operationen bei Brustkrebs oder Darmkrebs, aber auch für Hüftprothesen-Implantationen. „Hier operieren immer noch zu viele Kliniken mit zu wenig Routine und zu geringen Fallzahlen,“ So Lierheimer. Die Folgen für die betroffenen Patienten reichen Studien zufolge von häufigeren Komplikationen bis zu erhöhten Sterblichkeitsraten.

 

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