So depressiv ist der Schwarzwald-Baar-Kreis

Elf Prozent der Menschen im Schwarzwald-Baar-Kreis litten im vergangenen Jahr an einer Depression. Darauf weist die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg aus Anlass des Europäischen Tags der Depression am 1. Oktober hin.

Datum: 28.09.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Schwarzwald-Baar-Kreis

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung des Landkreises sind rund 22.000 Personen an einer Depression erkrankt, davon rund zwei Drittel Frauen. Im vergangenen Jahr ist der Anteil der an einer Depression Erkrankten aber erstmals seit Langem wieder leicht zurückgegangen, nämlich um sechs Prozent gegenüber 2016.

 

„Es ist zu früh, um zu beurteilen, ob das eine Trendwende ist“, ordnet Klaus Jeitner, Leiter des AOK-KundenCenters in VS-Villingen, die Ergebnisse ein. Der Anstieg der Diagnose Depression sei in der Vergangenheit sehr hoch gewesen. „Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine wichtige Rolle spielt, dass die Menschen inzwischen offener dafür sind, mit ihren psychischen Belastungen ärztliche Hilfe zu holen. Gleichzeitig sind auch Ärzte zunehmend für psychische Erkrankungen und die psychischen Ursachen von körperlichen Erkrankungen sensibilisiert.“ So werden nun auch Depressionen erkannt, die früher in die Dunkelziffer eingingen. Ein Indiz, dass die Behandlung inzwischen eher erfolgt, ist auch die annähernde Halbierung der Zahl der Suizide seit Anfang der 80er Jahre, die zumindest teilweise von schweren Depressionen mitverursacht sein können. Der Anstieg der Diagnosezahlen bei Depressionen gehe vor allem auf Erkrankungen leichterer und mittlerer Schweregrade zurück.

 

Anzeichen für eine Depression sollten vom Hausarzt aktiv erfragt werden, meint Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Denn viele Patienten berichten von sich aus zunächst von eher unspezifischen körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit, diffusen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder einem Druckgefühl in Hals und Brust. Der Arzt stellt dazu meist zwei Fragen: Hat sich der Betroffene im vergangenen Monat häufig niedergeschlagen, bedrückt, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Und: Hatte er in dieser Zeit deutlich weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht? Ergeben sich aus den Antworten Hinweise auf eine Depression, folgen weitere Schritte zur Sicherung der Diagnose.“

 

Dass die Menschen offener dafür sind, ihre psychischen Belastungen zuzugeben und Rat zu suchen, ist positiv“, so AOK-KundenCenter-Leiter Jeitner. Aber man müsse noch mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass man sich vorbeugend gegen Depressionen schützen könne. „Wie man vielen körperlichen Erkrankungen vorbeugen kann, wissen die meisten: ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung. Dass man auch seine seelischen Abwehrkräfte gegen stressbedingte psychische Erkrankungen trainieren kann, ist vielen Menschen dagegen noch nicht richtig bewusst.“ Achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme haben sich in den vergangenen Jahren als sehr erfolgreich erwiesen. Aber auch hier könne Sport helfen. Dr. Knapstein: „Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Untersucht wurden vor allem Jogging, Walking, aber auch Aerobic und Kraftsport.“

 

 

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

 

Das Online-Trainingsprogramm „MoodGym“ der AOK kann Menschen mit depressiven Beschwerden dabei unterstützen, an der Behandlung mitzuarbeiten. Das Selbstmanagement-Programm leitet den Nutzer dazu an, negative Gedankenmuster zu erkennen und bewusst durch neue zu ersetzen. Dadurch kann sich auch das Befinden zum Positiven verändern. Das Programm kann begleitend zum Einsatz kommen, aber eine Therapie nicht ersetzen. Weitere Informationen: www.moodgym.de.

 

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