Sonnenbad: weniger ist gesünder (Rems-Murr-Kreis)

AOK warnt vor Spätfolgen und rät zur Vorsorge / 2016 wurden im Rems-Murr-Kreis bei 212 AOK-Versicherten bösartige Melanome festgestellt

Datum: 10.07.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Waiblingen

Sommer pur und Sonne satt. Da kommt Freude auf! Aber aufgepasst, die Sonne hat auch ihre Schattenseite: Wer sich ihr intensiv aussetzt, riskiert die Gesundheit. Beim schwarzen Hautkrebs gibt es laut der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr keine Entwarnung. Im Rems-Murr-Kreis wurden 2012 bei 358 AOK-Versicherten ein hochgradig bösartiger Tumor der Pigmentzellen festgestellt. Die Zahl der Neuerkrankungen entwickelte sich danach von 221 in 2013, 250 in 2014, 170 in 2015 und 212 in 2016. Dabei könnten die meisten Erkrankungen vermieden werden, wenn ausreichend Vorsorge getroffen wird.

 

Die Einführung des Hautkrebsscreenings im Juli 2008 hatte zu einer sprunghaften Zunahme der Hautkrebsdiagnosen geführt. Seitdem pendeln sich die Zahlen wieder auf das vorherige Ausgangsniveau ein.  Die Entwicklung bedeutet deswegen nicht, dass die Bevölkerung jetzt seltener an Hautkrebs erkrankt als noch vor einigen Jahren.

 

Die Erkrankungen mit Basalzell- und Stachelzellkrebs, die unter dem Begriff „weißer Hautkrebs“ zusammengefasst werden, treten am häufigsten auf. Sie können jedoch meist vollständig entfernt werden und bilden nur selten Metastasen. „Hautkrebs sicher erkennen kann nur der Arzt, weil sich die einzelnen Arten unterschiedlich bemerkbar machen. Die Haut kann sich schuppen, verfärben oder uneben werden. Deshalb ist es schwer, zwischen einem bösartigen Hauttumor und gutartigen Hautflecken zu unterscheiden“, verdeutlicht die Fachärztin für Dermatologie, Dr. Gudula Kirtschig.

 

Basallzell- und Stachelzellkrebs lassen sich im frühen Stadium häufig mit einem kleinen Eingriff problemlos entfernen. Dagegen ist die Gefahr beim bösartigen Melanom erheblich größer. Dermatologin Kirtschig: „Es erscheint als unregelmäßig geformter Hautfleck und hat in der Regel eine dunkle, gelegentlich aber auch helle rötliche Farbe. Schwarzer Hautkrebs verursacht zunächst keine Beschwerden und wird deshalb oft mit einem Muttermal oder Leberfleck verwechselt. Wenn er Metastasen ausbildet, kann dies tödlich enden.“

 

Melanome treten in den letzten Jahren weltweit immer häufiger auf. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts werden 2018 in Deutschland rund 22.000 Menschen neu daran erkranken. „Hautkrebs ist oft die Folge von zu intensiver UV-Strahlung. Die Erkrankung selbst zeigt sich oft erst viele Jahre später“, so Dr. Gudula Kirtschig. Mit zunehmendem Alter ist deshalb ein stetiger Anstieg der Neuerkrankungen festzustellen. Deshalb solle man die Haut zeitlebens vor starker Sonneneinstrahlung schützen und auf den Gang ins Solarium verzichten.

 

Wer im Urlaub die Sonne trotzdem genießen möchte oder sich beruflich viel im Freien aufhält, sollte Sonnencreme mit mindestens Faktor 30 verwenden und Kleidung mit UV-Schutz verwenden.

 

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer ist die Chance, dass er geheilt werden kann. Die Kosten für die Hautkrebs-Früherkennung, werden in der Regelversorgung der Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren übernommen. Die AOK Baden-Württemberg übernimmt für ihre Versicherten das Screening bereits ab dem 20. Lebensjahr, da immer mehr junge Menschen betroffen sind.

 

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