Späte Schwangerschaften nehmen zu

Region Bodensee-Oberschwaben: 21,84 Prozent der werdenden Mütter sind laut AOK-Auswertung älter als 35 Jahre, 4,44 Prozent sind über 40 Jahre alt

Datum: 05.09.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Bodensee-Oberschwaben

In der Region Bodensee-Oberschwaben wird jedes vierte bis fünfte Kind von einer Frau über 35 geboren. Damit setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort, wie eine Auswertung der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben zeigt. Im Detail: Im Landkreis Ravensburg sind 2017 21,7 Prozent aller werdenden Mütter älter als 35 Jahre, im Landkreis Sigmaringen sind es 20,1 Prozent und 24,1 Prozent im Bodenseekreis. Der Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg liegt bei 22,4 Prozent. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort (2016: 22 Prozent, 2015: 23,8 Prozent, 2014: 21,8 Prozent, 2013: 21,6 Prozent). „Die AOK-Auswertung beruht auf Daten von AOK-versicherten Müttern“, so Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben.

 

Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht, dass ältere Schwangere kein besonderes Merkmal der heutigen Zeit sind. In der Vergangenheit waren vor allem religiöse Einstellungen oder fehlende Mittel zur Empfängnisverhütung die Ursache dafür, dass Frauen bis zu den Wechseljahren Kinder bekamen. Auch nach überstandenen Notzeiten waren späte Schwangerschaften keine Seltenheit - zum Beispiel nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

In nahezu allen Ländern steigen mit hohem Pro-Kopf-Einkommen die Zahlen der Frauen, die ihren Kinderwunsch oder den Kinderwunsch als Paar zunehmend in einem höheren Alter realisieren. In Deutschland ist das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes seit Ende der 1960er Jahre stark gestiegen und liegt aktuell bei rund 30 Jahren. Während noch in den 1990er Jahren die 25 bis 29-jährigen Frauen die meisten Kinder bekamen, findet sich heute die höchste Geburtenhäufigkeit in der Altersgruppe der 30 bis 34-jährigen Frauen laut dem Statistischen Bundesamt. Übrigens: Das Alter der Männer bei der Geburt ihrer Kinder wird in Deutschland nicht systematisch erhoben.

 

Auch die Zahl der über 40-jährigen Frauen, die ein Kind bekommen, steigt. Ihr Anteil lag in der Region Bodensee-Oberschwaben 2017 bei 4,4 Prozent – im Landkreis Ravensburg waren es 4,09 Prozent, im Landkreis Sigmaringen 4,35 Prozent und 5,14 Prozent im Bodenseekreis. Der Durchschnitt der über 40-jährigen werdenden Mütter lag landesweit 2017 bei 4,3 Prozent.

 

Im Jahr 2017 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 44.961 Kinder geboren. Das sind absolut gesehen 2.292 mehr als noch im Jahr 2016. Die mittlere jährliche Veränderung liegt bei +3,2 Prozent. 2.207 Geburten waren es in der Region Bodensee-Oberschwaben (Landkreis Ravensburg: 977, Landkreis Sigmaringen: 666, Bodenseekreis: 564). 2013 waren es in der Region Bodensee-Oberschwaben noch 1.524 Geburten (Landkreis Ravensburg: 714, Landkreis Sigmaringen: 412, Bodenseekreis: 398).

 

„Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass sich immer mehr Frauen über die Geburt eines Kindes freuen können. Gerade auch, wenn die Hoffnung darauf vielleicht schon geschwunden war", betont Roland Beierl, AOK-Geschäftsführer. Schwangerschaften ab 35 gelten als sogenannte Risikoschwangerschaften, obwohl es aufgrund des Alters nicht automatisch ein höheres tatsächliches Risiko für Mutter und Kind bedeutet. Stuft der Arzt die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft ein, erfolgen neben der regelmäßigen Vorsorge zusätzliche Untersuchungen. „Diese zusätzlichen Untersuchungen werden von uns als Kostenträger übernommen”, ergänzt Roland Beierl weiter.

 

Tipps für eine gesunde Schwangerschaft für Mutter und Kind und was die AOK für werdende Mütter sonst noch leistet finden Sie unter www.aok-bw.de/schwanger.

 

Gut informiert sind werdende Mütter auch mit der App „AOK Schwanger" – sie begleitet kompetent durch die Schwangerschaft. Mehr Infos online unter www.aok-bw.de/apps.

 

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