Starker Anstieg bei Arthrose-Erkrankungen

Schwäbisch Hall. Wer unter Arthrose im fortgeschrittenen Stadium leidet, hat nicht nur starke Schmerzen, sondern auch einen erheblichen Verlust an Lebensqualität durch Bewegungseinschränkungen. Laut Robert-Koch-Institut ist Arthrose die häufigste Gelenkerkrankung mit beträchtlichen volkswirtschaftlichen Kosten. So wurden in Deutschland bereits im Jahr 2015 für die Behandlung und Rehabilitation von Arthrosepatienten 8,71 Milliarden Euro ausgegeben. Hinzu kommen die Kosten für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung.

Datum: 10.04.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

Da sie vornehmlich im höheren Lebensalter auftritt, bedingt der demografische Wandel einen kontinuierlichen Anstieg an Arthrose-Erkrankungen: Bei den AOK-Versicherten in Baden-Württemberg von 450.461 im Jahr 2013 über 503.587 (2015) auf 535.346 im Jahr 2017.

 

Im Landkreis Schwäbisch Hall erhöhte sich die Zahl der Arthrose-Patienten im gleichen Zeitraum von 9.637 über 11.320 auf 12.276. Dies waren 11,4 Prozent aller AOK-Versicherten. Über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet war von 2013 bis 2017 eine durchschnittliche jährliche Zunahme von beträchtlichen 4,2 Prozent zu verzeichnen.

 

Während bei den 40-Jährigen noch 3,3 Prozent unter Arthrose leiden, sind es bei den 60-Jährigen bereits 24,3 Prozent und bei den 80-Jährigen 45,1 Prozent. Frauen sind weit häufiger erkrankt als Männer. Von den AOK-Versicherten in Baden-Württemberg wurden 2017 insgesamt 333.857 Frauen und 201.489 Männer wegen der Gelenkdeformierung behandelt.

 

 AOK-Arzt Dr. Jan Paulus: „Anfangs macht sich die Erkrankung dadurch bemerkbar, dass Gelenke bei Belastung schmerzen. Dies schränkt die Bewegungsfähigkeit zunehmend ein. Später können die Schmerzen auch in Ruhe auftreten. Zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Arthrose zählen Alter, Übergewicht, genetische Faktoren und einseitige Belastung“.

 

Der Arzt verdeutlicht, dass ein Mangel an körperlicher Aktivität dazu beitragen könne, dass sich der Knorpelabbau beschleunige. Außerdem schwäche Bewegungsmangel die Muskeln und wirke so zusätzlich negativ. „Deshalb ist eine regelmäßige, gelenkschonende körperliche Aktivität für Menschen mit Arthrose extrem wichtig, insbesondere bei Knie- und Hüftproblemen. Sind Finger- oder Handgelenke in Mitleidenschaft gezogen, können Erkrankte bei einer Ergotherapie erlernen, wie man Bewegungen gelenkschonend ausführt“, so Dr. Paulus. Empfohlen werden vor allem Kraft-, Ausdauer- und Flexibilitätstraining, wie Walken, Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Wer sich wegen der Schmerzen schone, beschleunige die Entwicklung der Krankheit. Die einzige Möglichkeit vorzubeugen, sei regelmäßige körperliche Aktivität.

 

In Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen hat die AOK Baden-Württemberg ein Trainingsprogramm für Patienten mit Hüft- oder Kniegelenksarthrose entwickelt. Spezielle Kurse finden in Schwäbisch Hall, Gaildorf und Crailsheim statt. Zusätzlich hat die AOK in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und dem MEDI-Verbund alternative Versorgungsmöglichkeiten entwickelt, die auf die besonderen Bedürfnisse der Arthrose-Patienten zugeschnitten sind. Informationen gibt es in jedem AOK-KundenCenter der Region.

 

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