Starker Anstieg der Pflegebedürftigkeit

Heilbronn. Sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Pflegebedürftigen ist in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen. Bei den AOK-Versicherten in Baden-Württemberg um jährlich 5 Prozent, im Stadtkreis Heilbronn um 5,2 Prozent und im Landkreis Heilbronn um 4,5 Prozent. Dies ergaben aktuelle Erhebungen der AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken zum 25-jährigen Bestehen der sozialen Pflegeversicherung.

Datum: 23.01.2020 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Heilbronn

Wesentliche Ursachen für die kontinuierliche Erhöhung sind der demografische Wandel und die höhere Lebenserwartung. Die Pflegebedürftigkeit nimmt exponentiell mit dem Alter zu. Bei den Hochbetagten ab einem Alter von 85 Jahren beziehen zwei von drei AOK-Versicherten Pflegeleistungen. In Baden-Württemberg kletterte die Zahl der AOK-versicherten Pflegeleistungsempfänger von 212.078 im Jahr 2014 über 234.758 im Jahr 2016 auf 269.612 im Jahr 2018. Im Landkreis Heilbronn im gleichen Zeitraum von 6.147 über 6.438 auf 7.347 und im Stadtkreis Heilbronn von 2.687 über 3.057 auf 3.433. Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtzahl der AOK-Versicherten ist in den Jahren 2014 bis 2018 von 5,3 auf 6,1 Prozent angestiegen.

 

„Die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung schaffen spürbare Erleichterung von den Belastungen, die durch eine Pflegebedürftigkeit sowohl für den betroffenen Menschen selbst, als auch für seine Angehörigen entstehen. Im Vergleich zum Jahr 1995 haben sich die Rahmenbedingungen jedoch geändert. Daher muss geprüft werden, ob die Pflegeversicherung den heutigen Bedürfnissen noch gerecht wird und ob das Finanzierungsmodell noch tragfähig ist,“ fordert Michela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK-Bezirksdirektion Heilbronn-Franken.

 

Um die Versorgung insgesamt zukunftsorientiert erfolgreich aufstellen zu können, sei eine weitere systematische Verzahnung der Fachgebiete Prävention, Rehabilitation, Pflege und Medizin notwendig. Gleichzeitig sei es erforderlich, die überbordende Bürokratie abzubauen, verdeutlicht die AOK-Chefin.

 

„So erfolgreich die Pflegeversicherung bisher war: Eine strukturelle Neuaufstellung ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen dringend erforderlich. Die pflegebedingten Kosten müssen für alle Menschen finanzierbar sein – unabhängig davon. Ob sie zu Hause, im Betreuten Wohnen oder in einem Pflegeheim wohnen. Pflege darf nicht zu Armut führen“, so Michaela Lierheimer.

 

Für Fragen und Hilfestellungen rund um die Pflege stehen den Versicherten bei der AOK Heilbronn-Franken 234 Fachkräfte zur Verfügung, davon 164 in den KundenCentern vor Ort, 40 im CompetenceCenter Pflege und 30 im Sozialen Dienst. Im Jahr 2018 wurden hier 32.380 persönliche Beratungen durchgeführt.

 

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