Steigende Zahl von Geschlechtskrankheiten im Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der AOK-Versicherten, die wegen einer Geschlechtskrankheit einen Arzt aufgesucht haben, im Main-Tauber-Kreis kontinuierlich gestiegen: Von 293 im Jahr 2014, über 296 im Jahr 2016, auf 340 im Jahr 2018. Für den Landkreis bedeutet dies, dass in der Fünf-Jahres-Betrachtung ein Anstieg von durchschnittlich 0,7 Prozent pro Jahr festzustellen ist, wie die AOK Heilbronn-Franken in ihrer neuesten Analyse bekannt gibt.

Datum: 15.07.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Main-Tauber-Keis

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt für ganz Deutschland fest, dass bei vielen Erregertypen mehr Behandlungen stattgefunden haben. Hier hat die Steigerungsrate von 2014 bis 2018 pro Jahr 1,2 Prozent betragen. Im gesamten Gebiet der AOK Heilbronn-Franken, mit den Landkreisen Main-Tauber, Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Heilbronn, stiegen die Patientenzahlen von 1.396 im Jahr 2014, über 1.454 im Jahr 2016 auf 1.667 im Jahr 2018. Berücksichtigt werden muss, dass die Dunkelziffer extrem hoch sein dürfte, da viele Betroffene aus Scham auf eine ärztliche Behandlung verzichten und so nicht in der Statistik erscheinen.

 

 

 

Gründe für den Anstieg sehen die Experten in einem „weniger achtsamen Umgang mit den Folgen sexueller Kontakte.“ Die Hemmschwelle, auf präventive Maßnahmen wie Kondome zu verzichten, sei gesunken. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Gemeinsames Merkmal aller Geschlechtskrankheiten ist die Übertragung der Krankheitserreger durch sexuellen Kontakt.“ Laut RKI zählen in Deutschland unter anderem Infektionen mit Chlamydien, Herpes, Syphilis, Gonorrhö, Hepatitis B und HIV zu den bedeutsamsten Erkrankungen dieser Gruppe.

 

 

 

„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen, Infektionen mit Hepatitis B oder Papilloma-Viren können Krebserkrankungen nach sich ziehen. Zusätzlich steigt die Gefahr für Mehrfachinfektionen. So haben HIV-Infizierte ein deutlich erhöhtes Risiko sich mit einer anderen Geschlechtskrankheit anzustecken,“ verdeutlicht Dr. Sabine Knapstein.

 

 

 

Um eine Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten zu verhindern, sei es wichtig gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Dr. Knapstein: „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine Erkrankung vor, sollten auch die Sexualpartner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.“

 

Umfassende Informationen zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de/infomaterialien/hivsti-prävention. Infos zu „Sexualität in Coronazeiten“ finden Sie unter folgendem Link: www.liebesleben.de/corona

 

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Pressesprecher

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