Stress durch weite Wege

Knapp 88.000 Menschen kommen täglich in den Stadt- und Landkreis Heilbronn zu ihrem Arbeitsplatz. Gut 81.000 fahren deshalb über die Kreisgrenze. Im Hohenlohekreis werden täglich 18.500 Ein- und gut 13.000 Auspendler gezählt. Der damit verbundene Zeitaufwand ist für viele Menschen psychisch belastend, wenn sich dadurch die Zeit für Familie oder Hobbys merklich verringert. Dies zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die im Dezember 2015 im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt wurde.

Datum: 15.01.2016 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Heilbronn/Hohenlohe

Die Mehrheit der Erwerbstätigen (64 Prozent) ist weniger als 30 Minuten unterwegs. In dieser Gruppe ist die „gefühlte Belastung“ durch den Arbeitsweg deutlich geringer, als bei Personen, die eine längere Strecke in Kauf nehmen müssen. Für ein Viertel der Studie beträgt die Zeit zum Arbeitsplatz zwischen 30 Minuten und einer Stunde und vier Prozent benötigen noch länger. Der Rest hat keine Angaben gemacht oder zuhause tätig.

18 Prozent der Befragten fühlen sich durch lange Fahrzeiten in ihrem Freizeitverhalten „eingeschränkt“. Zehn Prozent beklagen, dass Familie und Freunde deshalb „zu kurz kommen“. Wegen ihres Arbeitsweges sehen sich 24 Prozent schwach und 12 Prozent der Befragten stark belastet. 5 Prozent leiden sogar unter körperlichen Beschwerden. Beobachtet werden typische Stress-Symptome wie Nervosität, Herzrasen oder Schweißausbrüche.

„Wenn die Fahrt zur Arbeit zum Stress wird, kann dies gravierende negative Folgen für die Gesundheit haben“, warnt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Die Betroffenen sollten Möglichkeiten suchen, ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu verbessern. „Es ist wichtig die persönlichen Schutzfaktoren zu stärken und damit eine gewisse Stress-Resistenz zu erreichen“, so Dr. Knapstein. Als besonders wirksames Programm empfiehlt die sie „Lebe Balance“. Mit ihm könne man alternative Denkweisen und Haltungen entwickeln, mit denen die Herausforderungen des Alltags besser gemeistert werden könnten.

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