Strukturierte Behandlung nutzt Diabetikern

In Deutschland zählt Diabetes zu den großen Volkskrankheiten. Laut Robert-Koch-Institut sind im Bundesgebiet 6,7 Millionen Menschen betroffen. In Baden-Württemberg waren im vergangenen Jahr 429.092 AOK-Versicherte wegen Diabetes Typ II in ambulanter oder stationärer Behandlung. Dies entspricht 9,88 Prozent aller AOK-Mitglieder. Diese Daten spiegeln sich auch im Landkreis Schwäbisch Hall wieder: Hier waren im Jahr 2017 9.182 AOK-Versicherte daran erkrankt. Wie die AOK Heilbronn-Franken zum Weltdiabetestag am 14. November mitteilt, ist in der Langzeitbetrachtung ein geringfügiger Rückgang festzustellen.

Datum: 12.11.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

Bei etwa 90 Prozent aller Diabetesfälle handelt es sich um Diabetes mellitus Typ-2, der typischerweise im mittleren bis höheren Alter auftritt. Diabetes mellitus Typ-1 kommt dagegen sehr viel seltener vor und tritt meist sehr plötzlich bei Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auf. Unzureichend betreuter Diabetes zieht häufig weitere Krankheiten nach sich. Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung oder Fußamputationen können die Folge sein. 

 

„Auslöser für Diabetes-Typ-II sind häufig mangelnde Bewegung, Übergewicht und ungesunde Ernährung“ verdeutlicht AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Vorbeugung beginne bereits im Kindesalter, denn erlernte Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten werden meist als Erwachsene beibehalten. Der Anteil der Betroffenen steigt mit dem Alter. So leiden von den 80-84-Jährigen gut 36 Prozent an Diabetes.

 

Anzeichen für die Erkrankung sind starker Harndrang, ständiger Durst, Müdigkeit, Gereiztheit und häufige Stimmungsschwankungen. In den Jahren 2013 bis 2017 ging der Anteil der Diabetes-Patienten im Landkreis Hall von 8,9 auf 8,5 Prozent aller AOK-Versicherten zurück.  Dieser Rückgang wird von den Fachleuten unter anderem als positive Auswirkung der strukturierten Behandlungsprogramme für Diabetiker gewertet.

In Baden-Württemberg nehmen rund 266.000 AOK-Versicherte daran teil. Untersuchungen der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg haben bewiesen, dass bei Diabetes-Patienten, die im AOK-Hausarztvertrag (HZV) eingeschrieben sind, deutlich weniger Folgeerkrankungen zu beobachten waren. Über einen Zeitraum von sechs Jahren (2011 bis 2016) wurden etwa 4.000 schwerwiegende Komplikationen wie Amputation, Dialyse, Erblindung, Herzinfarkt oder Schlaganfall vermieden. 

Obwohl Diabetes in der Regel chronisch ist, können die Betroffenen ihre Situation maßgeblich verbessern. Dr. Sabine Knapstein: „Zahlreiche Studien verdeutlichen, dass Typ-2-Diabetiker besonders profitieren, wenn sie ihre Ernährung umstellen, regelmäßig körperlich aktiv sind, sich ausreichend entspannen und auf die Fußpflege achten“. Wie dies ohne Probleme zu erlernen ist, zeigen AOK-Curaplan-Kurse. Ernährungs- und Bewegungsfachkräfte der Gesundheitskasse beraten Hilfesuchende im persönlichen Gespräch.

    Informationen über Diabetes-Selbsthilfegruppen der Region Heilbronn-Franken finden sie im Internet unter portale.bw.aok.de/selbsthilfegruppen/heilbronn-franken/ 

 

 

 

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