Stuttgart: Angststörungen nehmen beängstigend zu

Die Anzahl Versicherter, die sich in Stuttgart wegen Angststörungen in Behandlung befanden, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, wie die Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen zeigt. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Datum: 02.11.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

Im Stadtkreis Stuttgart leidenimmer mehr Menschen unter Angststörungen: Im Jahr 2016 befanden sich unter den AOK-versicherten Stuttgarterinnen und Stuttgartern 8.212 Personen (2012: 6.076) in ärztlicher Behandlung. Die tatsächliche Anzahl dürfte allerdings wesentlich höher sein, weil viele unter Angststörungen leiden, aber keinen Arzt aufsuchen. Und die Zahlen steigen seit Jahren. So beträgt die mittlere jährliche Steigerungsrate der Jahre 2012 bis 2016 im Stadtkreis Stuttgart 5,7 Prozent. Frauen sind unter den Betroffenen weiterhin häufiger (2016: 5.358) vertreten als Männer (2016: 2.854). Die Krankheitshäufigkeit steigt geschlechterunabhängig mit dem Alter an und erreicht in der Altersgruppe der 60-64Jährigen ihren Höhepunkt.

 

 

 

Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor gefährlichen Situationen schützt. Angst versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, damit er schnell reagieren kann. „Wir reagieren mit Flucht oder Angriff. Das war hauptsächlich bei unseren Vorfahren wichtig. Aber auch in unserer Zeit gibt es viele Lebensumstände, die Ängste auslösen können: Sorgen um Menschen, die uns lieb sind, um Geld- oder Arbeitsplatzverlust, Sorgen um Krankheiten“, weiß Dr. Markus Klett, Vorsitzender der Ärzteschaft in Stuttgart.  Bei Menschen, die an einer Angststörung erkrankt sind, tritt die Angst auch in Situationen auf, die gar keine Gefahr darstellen. Die Angst nimmt überhand, Betroffene können sie nicht mehr kontrollieren. Dr. Klett: „Angststörungen sind verbreiteter als man denkt, sie können in schweren Fällen das alltägliche Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen und zu Arbeitsunfähigkeit führen“. Bei Patienten mit einer diagnostizierten Angststörung treten häufig auch Depressionen und Suchterkrankungen auf.

 

 

 

„Patienten, die am Haus- und FacharztProgramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, können davon profitieren, dass sie schneller einen Termin beim Facharzt erhalten. Und bei Bedarf berät sie der Soziale Dienst der AOK mit dem Ziel, die Lebenssituation zu stabilisieren und die Lebensqualität wieder herzustellen“, betont Christian Kratzke, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen.

 

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