Stuttgart: Frauen haben häufiger Rücken

Fehlhaltungen, falsche Belastungen im Alltag und zu wenig Bewegung erhöhen das Risiko für das Auftreten von Rückenschmerzen. Laut Robert Koch-Institut lassen sich die Schmerzen bei rund 85 von 100 Betroffenen auf diese Ursachen zurückführen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer, so die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Pressemitteilung anlässlich des Tages der Rückengesundheit am 15. März.

Datum: 14.03.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Stuttgart

2017 waren 52.762 AOK-Versicherte aus dem Stadtgebiet Stuttgart wegen Rückenbeschwerden in ärztlicher Behandlung, davon 30.735 Frauen (Männer: 22.027). „Das entspricht einem Anteil von 28,4 Prozent aller AOK-versicherten Frauen, bei den Männern weist die Auswertung einen Anteil von 21,2 Prozent auf“, sagt Dr. Elisabeth Schöndorf, Pressesprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen. Unters Messer hingegen kamen in Stuttgart mehr Männer: 2017 wurden 131 Männer an einer Bandscheibe operiert, Frauen 114.

 

Die drei häufigsten Schmerzursachen sind laut AOK-Gesundheitsexperte und Sportwissenschaftler Alfred Bauser eine schwache Muskulatur, Stress, der mit Verspannungen einhergeht und zu wenig Bewegung. „Die Schmerzen sind die Folgen von zu wenig, zu einseitiger oder falscher Bewegung und untrainierter Bauch- und Rückenmuskulatur“ so Bauser. In weniger als 20 Prozent aller Fälle entstehen Rückenschmerzen dadurch, dass sich Bandscheiben oder Wirbel krankhaft verändert haben. Rheumatische Erkrankungen, Infektionskrankheiten oder poröse Knochen sind seltener Auslöser für den Schmerz. Die Ursache für Rückenschmerzen kann aber auch in der Psyche liegen. Stress am Arbeitsplatz, Probleme im Privatleben oder andere seelische Belastungen können bewirken, dass sich im Körper Spannung aufbaut. Muskeln verkrampfen dann und üben Druck auf Nervenbahnen aus. Ein Teufelskreis aus Stress, Verspannung und Schmerzen kann entstehen. Das Erlernen und Üben von Entspannungstechniken hilft, ihn zu durchbrechen. Und nicht zuletzt ist ein bewegungsarmer Alltag Gift für den Rücken. Der Sportwissenschaftler: „Wir sitzen heute durchschnittlich fast zwölf Stunden pro Tag, zum Beispiel bei der Arbeit vor dem Bildschirm oder auf der Fahrt ins Büro, abends vor dem Fernseher oder beim Essen. Kleine Bewegungspausen zwischendurch und regelmäßiger Sport insbesondere nach Feierabend helfen dem Rücken. Denn vor allem Bewegungsarmut macht ihm zu schaffen – nicht das Sitzen an sich“.

 

Bei Bürotätigkeiten kann ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz helfen: Oft reicht schon die richtige Einstellung der Büromöbel, um den Rücken weniger zu belasten. „Deswegen unterstützen wir auch im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements viele Firmen in der Region und geben Hilfen für einen rückengerechten Arbeitsplatz“, ergänzt der Präventionsexperte. Rückenschmerzen gehören zu den Schmerzerkrankungen, die sehr schnell chronisch werden können. Treten Rückenschmerzen wiederholt auf, ist es deshalb höchste Zeit, aktiv etwas dagegen zu tun. „Auf keinen Fall sollte man sich bei Rückenschmerzen – außer in der akuten Phase – schonen“, betont Alfred Bauser. „Damit fördert man die bereits vorhandene Tendenz der Rückenmuskulatur, schwächer zu werden und sich weiter zu verspannen“. Bandscheiben funktionieren dabei wie ein Schwamm. Im Liegen und bei rhythmischen Bewegungen wie Laufen oder Gehen saugt sich ihr Kern mit Nährflüssigkeit voll. Im Stehen oder Sitzen hingegen werden die förmlich ausgetrocknet. „Im Büroalltag ist es wichtig, öfter die Position zu wechseln. Also mal vorlehnen, mal zurück, zum Telefonieren aufstehen und ähnliches“, so der Experte.

 

Werden die Beschwerden zu groß, sind Haus- und Facharzt gefragt. AOK-Pressesprecherin Dr. Elisabeth Schöndorf: „Der Facharztvertrag Orthopädie, den die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK zusammen mit MEDI und dem Hausärzteverband geschlossen hat, verzahnt die Versorgung zwischen Hausärzten und Orthopäden noch enger und bietet viele Vorteile für die Versicherten. Hier werden die Patienten über die Funktionsweise des Körpers informiert sowie umfassend zu einem rückengesunden Lebensstil beraten und motiviert. Außerdem wird bei der Behandlung das soziale Umfeld des Patienten und seine seelische Befindlichkeit berücksichtigt“.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

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