Stuttgart: Schäden durch Hitze

Die meisten Menschen brauchen Sonne und frische Luft, um sich wohlzufühlen. Für die Gesundheit ist es jedoch auch wichtig, insbesondere im Sommer genügend zu trinken und sich im Schatten aufzuhalten. Denn Schatten ist der beste Sonnenschutz. Er kann die UV-Strahlung um 50 bis 95 % vermindern, so die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Pressemitteilung.

Datum: 10.07.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

„Die Hitze der Sommermonate kann zu Flüssigkeitsmangel, Sonnenbrand, Hitzekrämpfen und im schlimmsten Fall sogar zu einem Hitzschlag führen“, erklärt Dr. Gudula Kirtschig, Hautärztin bei der AOK Baden-Württemberg. 224 AOK-Versicherte aus dem Stadtkreis Stuttgart mussten im Sommer 2018 wegen eines Sonnenbrands, Hitzschlags, Sonnenstichs oder Hitzeermüdung einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen (2017: 228; 2016: 153; Hitzesommer 2015: 284; 2014: 107). Männer sind tendenziell etwas sorgloser bei Sonne und Hitze. Dr. Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen: „Das bestätigen in der Tendenz auch unsere Zahlen. Von den 224 Betroffenen waren es 121 Männer und 103 Frauen. Dabei erreicht die Krankheitshäufigkeit ihren Höhepunkt in der Altersgruppe der 20 bis 24- Jährigen.“

 

„Trotz vieler ungeklärter Fragen ist Sonnencreme ein wichtiges zusätzliches Hilfsmittel. Es gibt Situationen – etwa beim Wandern, Schwimmen oder Surfen –, bei denen es keinen Schatten gibt oder Kleidung allein nicht ausreicht. Auch beim Baden oder Wassersport ist man der Sonne besonders stark ausgesetzt, da Wasser die UV-Strahlen reflektiert. Es gibt vor UV-Licht schützende Schwimmkleidung, die insbesondere für Kinder wichtig ist“, rät Hautärztin Dr. Kirtschig. Lichtschutzmittel wie Sonnencreme oder Sonnenspray können Sonnenbrand verhindern, wenn man beachtet, wie lange sie wirken. Das macht sie wertvoll, denn Sonnenbrand tut weh, schädigt die Haut und wird mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

 

Die Expertin: „Bei Hitze ist es wichtig, die tägliche Trinkmenge von rund 1,5 – 2 Litern zu erhöhen. Bei Gesunden kann dies auch mehr als ein zusätzlicher Liter sein. Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Nierenerkrankungen sollten mit ihrem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen.“ Da bei älteren Menschen oft das Durstgefühl verloren geht, haben sie schon unter normalen Umständen wenig

 

eigenen Antrieb zu trinken. Bei Hitze werde dies noch problematischer, denn es wird mehr Flüssigkeit durch Schwitzen ausgeschieden. Kranke Menschen sind bei Hitze ebenfalls besonders gefährdet, da bestimmte Medikamente entwässernd wirken. Dr. Kirtschig: „Der Alkoholkonsum sollte unbedingt eingeschränkt werden, da er – bei Jung und Alt – zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust führt.“

 

Außerdem empfiehlt die Ärztin, die Wohnräume möglichst kühl zu halten und am Abend oder in der Früh gut durchzulüften. Tagsüber kann das Eindringen von Wärme durch Zuziehen der Vorhänge und Schließen von Fenstern und Türen weitestgehend verhindert werden. Das schütze an Tagen mit hohen Ozonwerten zusätzlich auch vor Beschwerden, die im Zusammenhang mit erhöhten Ozonwerten entstehen können wie zum Beispiel Husten oder auch Asthmaanfälle.

 

AOK-Sprecherin Dr. Schöndorf stellt fest: „Immer noch wird die Sonneneinstrahlung und die Sommerhitze unterschätzt. Die Behandlungszahlen erreichen ihre Höhepunkte immer in den heißen Jahren. Insgesamt befanden sich 4.924 Versicherte in Baden-Württemberg im Jahr 2018 wegen Schäden durch Hitze in Behandlung. Dabei können nur Versicherte ermittelt werden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden. Denn nicht jeder sucht bei einem für Sommerkrankheiten typischen Symptom wie Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit einen Arzt auf. Die Dunkelziffer ist deshalb vermutlich wesentlich höher.“

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

E-Mail: Dr.Elisabeth.Schoendorf@bw.aok.de
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