Stuttgart: Vor allem Kindergarten- und jüngere Schulkinder leiden an Eiterflechte

Die Impetigo contagiosa, auch „Eiterflechte“ oder „Schmierflechte“ genannt, ist eine hochinfektiöse bakterielle Hautkrankheit, die hauptsächlich bei Kindern und Neugeborenen auftritt. Im Jahr 2018 befanden sich 13.796 bei der AOK Baden-Württemberg Versicherte wegen Impetigo contagiosa in ärztlicher Behandlung. Die mit Abstand am stärksten betroffene Altersgruppe sind Kinder zwischen einem und neun Jahren.

Datum: 31.07.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

„Das auffallendste Merkmal der Impetigo sind die `honiggelben´ Krusten auf rotem Grund“, so Dr. Gudula Kirtschig, Hautärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Es wird zwischen einer kleinblasigen und einer großblasigen Variante unterschieden. Beide Formen beginnen zunächst mit roten Flecken überwiegend im Gesicht. Auf den Flecken bilden sich rasch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die mehr oder weniger groß sein können und anschließend platzen und verkrusten. Diese Krusten haben eine charakteristische gelbe Farbe. Üblicherweise besteht kein Juckreiz.“ Besonders im feuchtwarmen Sommerklima kann sich die Eiterflechte leicht ausbreiten.


Die Ursache der Erkrankung sind Bakterien, die sich in der Haut ausbreiten und das Gewebe zerstören. Meist werden Staphylokokken gefunden, insbesondere in der großblasigen Form, aber auch Streptokokken sind als Auslöser bekannt. „2018 befanden sich insgesamt 787 bei der AOK versicherte Stuttgarter wegen dieser Hauterkrankung in ärztlicher Behandlung“, erklärt Dr. Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen und ergänzt: „Die leicht rückläufigen Zahlen in der Landeshauptstadt entsprechen dabei dem landesweiten Trend“. (2017: 806; 2016: 837, 2015: 758; 2014: 830).


Die Erkrankung wird durch Schmierinfektion übertragen, also durch direkten Kontakt oder Gegenstände, und breitet sich daher in Gemeinschaftseinrichtung wie Schulen und Kindergärten, aber auch innerhalb der Familie unter Geschwistern aus. Neben Kindern sind besonders Menschen mit einer vorgeschädigten Haut empfänglich für die Bakterien. Auch hier haben hygienische Maßnahmen, wie bei Corona, einen wichtigen Stellenwert. Die Hautärztin der AOK: „Kratzen sollte unbedingt vermieden werden, da die Bakterien ansonsten weiterverbreitet werden (Schmierflechte). Hände sollten regelmäßig gewaschen, Kleidung und Handtücher sollten nur vom Betroffenen genutzt und nach Gebrauch heiß gewaschen werden. Desinfizierende Mittel und lokale Antibiotika können die Hygienemaßnahmen unterstützen, sie sollten abhängig von Resistenzentwicklungen gewählt werden.“


Bei konsequenter Behandlung heilt die Impetigo contagiosa in der Regel folgenlos aus. Die Rötung verschwindet und die Krusten fallen ab. Selten greifen die Erreger auf tiefere Hautschichten und verursachen schwerwiegendere Entzündungen wie zum Beispiel ein Erysipel oder Zellulitis. Die Erkrankung ist aber so lange infektiös, bis die offenen, eitrigen Hautstellen abgeheilt sind. „Es bestehen übrigens besondere Regeln für Erkrankte in öffentlichen Einrichtungen laut § 34 Infektionsschutzgesetz, um eine Verbreitung der Impetigo zu verhindern. Die Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen müssen danach das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute Personen oder Beschäftigte an Impetigo contagiosa erkrankt oder dessen verdächtig sind“, so AOK-Sprecherin Schöndorf.

 

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